Jahresrückblick: Eine Chronologie der internationalen Politik 2018

2018 war politisch rund um die Erde viel los. Wir blicken zurück auf die wichtigsten Ereignisse der internationalen Politik. (thp/mit Material der dpa)

21. Januar: Türkische Truppen marschieren in die nordsyrische Region Afrin ein. Die zweimonatige "Operation Olivenzweig" zielt auf die Zerschlagung kurdischer Milizen. Mindestens 100.000 Menschen flüchten.
28. Januar: Das rumänische Parlament wählt die Sozialdemokratin Viorica Dancila zur Ministerpräsidentin. Damit hat Rumänien zum dritten Mal binnen eines Jahres eine neue Regierung. Auslöser war eine Staatskrise um die Reform des Justizwesens.
14. Februar: Südafrikas Präsident Jacob Zuma tritt unter dem Druck seiner Regierungspartei ANC zurück. Dem seit 2009 amtierenden Zuma werden Korruption und Bereicherung vorgeworfen. Sein Stellvertreter Cyril Ramaphosa wird neuer Staatschef.
16. Februar: Der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel wird nach einem Jahr aus türkischer Untersuchungshaft entlassen. Die Justiz wirft ihm Terrorpropaganda vor, seit Juni 2018 steht Yücel vor Gericht. Der Fall belastet die Beziehungen zur Türkei. Am 20. August darf auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu das Land verlassen.
04. März: In der englischen Stadt Salisbury werden der frühere russische Geheimagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia mit dem Nervengift Nowitschok attackiert. Beide überleben. Großbritannien macht Russland verantwortlich.
04. März: Die EU-kritische Fünf-Sterne-Partei und die rechtspopulistische Lega legen bei der Parlamentswahl in Italien deutlich zu, haben aber keine Mehrheit. Erst am 06. Juni kommt eine Regierung unter Giuseppe Conte zustande. Innenminister wird der Hardliner Matteo Salvini (Bild).
11. März: Der chinesische Volkskongress beschließt eine Verfassungsänderung. Präsident Xi Jinping kann nun unbegrenzt im Amt bleiben.
13. März: Nach Meinungsverschiedenheiten entlässt US-Präsident Donald Trump seinen Außenminister Rex Tillerson. Sein Nachfolger wird der konservative Republikaner Mike Pompeo. Wenige Tage später wird John Bolton neuer Sicherheitsberater.
18. März: Wladimir Putin wird mit klarer Mehrheit für eine vierte Amtszeit als russischer Präsident gewählt. Wahlbeobachter kritisieren mangelnden Wettbewerb im Wahlkampf.
30. März: Am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen beginnen wochenlange teils gewaltsame Demonstrationen. Zehntausende Palästinenser treten für ein Recht auf Rückkehr in das Gebiet des heutigen Israels ein. Mehr als 100 Teilnehmer werden bis Mitte Mai von der Armee erschossen.
04. April: US-Präsident Donald Trump ordnet die Entsendung von Soldaten der Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko an. Dorthin haben sich Hunderte Flüchtlinge aus Honduras, Guatemala und El Salvador auf den Weg in die USA gemacht.
07. April: Bei einem mutmaßlichen Giftgas-Luftangriff der syrischen Armee sterben in der Stadt Duma nach UN-Angaben wahrscheinlich 47 Menschen. Syrien dementiert. Am 14. April beschießen die USA, Frankreich und Großbritannien syrische Ziele mit Marschflugkörpern.
08. April: Die rechtsnationale Fidesz-Partei von Ungarns Regierungschef Viktor Orban legt bei der Parlamentswahl deutlich auf 49,6 Prozent zu. Mit 133 von 199 Sitzen hat sie eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament.
18. April: In Nicaragua beginnen blutige Unruhen gegen Pläne einer Sozialreform mit Rentenkürzungen und Steuererhöhungen. Tausende fordern den Rücktritt des seit 1979 amtierenden Präsidenten Daniel Ortega.
19. April: Das Parlament in Kuba wählt den bisherigen Vizepräsidenten Miguel Díaz-Canel Bermúdez zum neuen Staatschef. Sein 86 Jahre alter Vorgänger Raúl Castro bleibt Vorsitzender der Kommunistischen Partei.
27. April: Bei ihrem historischen Treffen im Grenzort Panmunjom versprechen Südkoreas Präsident Moon Jae In (re.) und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un eine "neue Ära des Friedens". Im Mai und September treffen sich beide erneut.
08. Mai: US-Präsident Donald Trump verkündet den baldigen Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran von 2015. Frankreich, Deutschland und Großbritannien wollen an dem Vertrag festhalten.
14. Mai: Die USA eröffnen ihre nach Jerusalem verlegte Botschaft. Bei den Protesten von Zehntausenden Palästinensern an der Grenze zum Gazastreifen erschießen israelische Soldaten mehr als 50 Demonstranten.
01. Juni: Der Chef der sozialistischen Arbeiterpartei Pedro Sánchez bringt den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy mit einem Misstrauensvotum zu Fall und übernimmt die Regierung. Der konservative Rajoy war über einen Korruptionsskandal seiner Partei gestürzt.
24. Juni: Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan gewinnt die Präsidentenwahl. Mit seiner Vereidigung als Staats- und Regierungschef am 9. Juli ist die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei abgeschlossen.