Die Hetz-Maschine des Islamischen Staates (IS) läuft auf Hochtouren. Nach der Drohung gegen Angela Merkel hat die Terror-Miliz jetzt einen neues Propagandavideo veröffentlich. Darin warnt die britische Geisel John Cantlie vor einem Dritten Golfkrieg.

Der britische Fotojournalist John Cantlie ist seit November 2012 in den Händen der Terrorgruppe IS. Schon mehrfach wurde der 43-Jährige in Propagandavideos des IS vorgeführt. In dem vierten Film, den die Dschihadisten-Gruppe nun veröffentlichte, warnt Cantlie vor einem "ausgewachsenen Krieg". Das berichtet unter anderem der britische "Telegraph" online.

Demzufolge erklärt die Geisel, dass der IS "so exponentiell wachse, dass nicht einmal das US-Militär und alle Polizisten der Welt in der Lage seien, ihn aufzuhalten".

"Luftangriffe werden IS nicht stören"

Die westlichen Medien hätten aus den früheren Kriegen im Irak und Afghanistan nichts gelernt, sagte er in dem Video. Die Mudschaheddin lehnen "sich zurück und schauen zu, wie der Westen weitere Billionen (Dollar) versenkt, um ein neues 9/11 zu vermeiden", zitiert der "Telegraph" Cantlie.

Wie die britische "Daily Mail" berichtet, bezeichnet Cantlie in dem Video Obamas Luftangriffe als Notlösung, die den IS nicht stören werden. "Hier sind wir, gerüstet für einen Dritten Golfkrieg", sagte der Journalist weiter. Zugleich warf er wie in Aufnahmen zuvor den USA Heuchelei vor.

Der Fotojournalist trägt wie im letzten Video einen orangen Overall, der an die Häftlingskleidung des US-Gefangenenlagers Guantanamo erinnert. Auch die Geiseln, die von einem IS-Kämpfer in früheren Videos enthauptet wurden, trugen einen orangen Overall.

Unklar ist, wann das Video aufgenommen wurde. Allerdings mache Cantlie keine Aussagen zu Kobane oder der bereits getöteten Geisel Alan Henning. Das ließe vermuten, dass die Aufnahmen etwa zwei Wochen alt sein könnten, schreibt der "Telegraph"

Familie fleht um Kontakt zu IS

Die Familie der britischen IS-Geisel John Cantlie hatte Anfang der Woche die Kidnapper des Journalisten aufgefordert, wieder in Kontakt mit ihnen zu treten. "Wir flehen den IS an, den direkten Kontakt wiederaufzunehmen", erklärte Cantlies Schwester Jessica.

In der Vergangenheit habe bereits ein direkter Kontakt zwischen dem IS und der Familie bestanden, dieser sei aber "abgebrochen worden". Die Familie rufe die Kidnapper daher inständig dazu auf, den Kommunikationskanal, über den "Nachrichten von uns abgesetzt und Antworten erhalten werden konnten", wieder in Gang zu bringen.

Der 43-jährige Cantlie wurde nach eigenen Angaben Ende 2012 in Syrien gefangen genommen. Bereits im Juli 2012 war der Reporter, der für britische Zeitungen wie die "Sunday Times" und den "Sunday Telegraph" sowie für die Nachrichtenagentur AFP arbeitete, gemeinsam mit einem niederländischen Fotografen in Syrien verschleppt worden, beide kamen wenig später aber wieder frei. Trotzdem ging Cantlie nach Syrien zurück.

Vor rund einem Monat veröffentlichte der IS ein Video mit Cantlie, in dem der Journalist ankündigte, er werde die "Wahrheit über Aufbau und Ziele" der Dschihadisten-Gruppe enthüllen. Eine unmittelbare Bedrohung für das Leben Cantlies war nicht zu erkennen. Der IS hatte in den vergangenen Wochen allerdings vier westliche Geiseln als Vergeltung für das internationale Luftangriffe gegen die Extremistengruppe enthauptet. (far/AFP)