Bei einem Austausch mit ausländischen Pflegekräften an der Berliner Charité haben Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Notwendigkeit des Fachkräfteerwerbs im Ausland betont. Schon jetzt gebe es einen großen Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren noch verschärfen werde, sagte Heil am Mittwoch. "Wenn wir uns jetzt nicht kümmern, wird das Problem riesig groß." Dann könnten in Deutschland bis 2035 rund 7 Millionen Arbeits- und Fachkräfte fehlen. Sowohl im Inland als auch im Ausland müsse daher neues Personal gewonnen werden, ergänzte Habeck.

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Das Treffen fand vor dem Hintergrund des reformierten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes statt, das vor knapp zwei Wochen im Bundestag beschlossen wurde. Neu ist unter anderem die sogenannte Chancenkarte auf Basis eines Punktesystems. Zu den Kriterien, für die es Punkte gibt, gehören Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Alter und Deutschlandbezug. IT-Fachkräfte sollen künftig auch ohne Hochschulabschluss kommen dürfen, sofern sie bestimmte Qualifikationen nachweisen können.

Das Universitätsklinikum zeige schon jetzt vorbildlich, wie die Anwerbung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland erfolgreich funktioniere, sagte Heil. Die Charité hat ein eigenes Team, das aktiv nach Mitarbeitern im Ausland sucht - etwa in Brasilien, Mexiko, Indonesien und Kolumbien. Die Mitarbeiter werden eng betreut und bekommen unter anderem Sprachkurse bezahlt.

Das neue Gesetz biete einen guten und wichtigen Rahmen, um die Anstellung von ausländischen Arbeitskräften künftig zu erleichtern, sagte Heil. Davon profitierten nicht nur der Pflegebereich, sondern auch Berufe in der Industrie, Verwaltung oder im Dienstleistungsbereich. Das allein reiche allerdings nicht: Die Menschen, die nach Deutschland kämen, müssten sich hier auch wohl fühlen und integriert werden.  © dpa

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