Seit gut einem Vierteljahrhundert lagen Griechenland und Mazedonien wegen des Namens "Mazedonien" im Clinch. Jetzt ist der historische Streit beigelegt worden.

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Griechenland und Mazedonien haben am Sonntag eine Vereinbarung zur Beilegung des andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet.

Danach soll die ehemalige jugoslawische Teilrepublik sich künftig Nord-Mazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren.

Streit um kulturelles Vermächtnis

Seit gut einem Vierteljahrhundert stritten sich Mazedonien und Griechenland um das Erbe des antiken hellenistischen Helden Alexander des Großen.

Der makedonische König hatte sich ein Weltreich erobert, das bis zum Indus reichte; er starb im Jahre 323 vor Christus in Babylon.

Athen beansprucht sein kulturelles Vermächtnis. Doch auch Mazedonien vereinnahmt Alexander den Großen für sich.

Als Mazedonien 1991 seine Unabhängigkeit vom Vielvölkerstaat Jugoslawien ausrief, brach ein Streit mit seinem Nachbarn Griechenland über die Symbole des jungen Staates aus.

Bis zum jetzt ausgehandelten Kompromiss drehte sich einer der größten Konflikte um den Namen Mazedonien (Makedonija).

Das Land grenzt im Süden an die an die griechische Region gleichen Namens. Griechenland sprach dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen ab.

Für seine Aufnahme in die Vereinten Nationen nannte sich der junge Staat 1993 "Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Das reichte Griechenland aber nicht, um sein Veto gegen eine Aufnahme Mazedoniens in die Nato und gegen Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union aufzugeben.

Durch den nun erzielten Kompromiss kann Mazedonien auf einen schnellen Nato-Beitritt und die baldige Aufnahme von EU-Aufnahmegesprächen hoffen.

Tsipras: "Machen historischen Schritt"

Die Vereinbarung wurde von den Außenministern der beiden Staaten in der Grenzregion des Prespa-Sees unterzeichnet. Anwesend waren auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sowie Vertreter der Vereinten Nationen. Die Zeremonie wurde live im Fernsehen beider Länder übertragen.

"Wir machen einen historischen Schritt", erklärte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras. Ein neues Zeitalter der Kooperation und der Stabilität beginne für die beiden Nachbarstaaten.

Dem schloss sich der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev an."Unsere Staaten lassen die Vergangenheit zurück und schauen in die Zukunft."

Beide Regierungschefs betonten, dass dieses Abkommen ein Muster dafür sei, wie Streitigkeiten dieser Art überwunden werden könnten. (dpa/thp)

Im Asylstreit der Union meldet sich der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel zu Wort. Er zeigt sich "fassungslos über so viel Leichtsinn". Und sieht ein klares Risiko.