Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hat sich empört gezeigt über den Übergriff von Anti-Israel-Aktivisten im Bundestag am Montag. "Das war ein klarer Übergriff in meine Privatsphäre", sagte der Politiker zur "Bild"-Zeitung.

Der amerikanische Publizist Max Blumenthal und der Kanadier David Sheen waren ihm am Montag von seinem Büro Richtung Toilette gefolgt, hatten ihn daran gehindert die Toilettentür zu schließen, versuchten ihn zur Rede zu stellen. Denn Gregor Gysi hatte verhindert, dass die Veranstaltung "Israels Kriegsverbrechen in Gaza", an der die beiden Israel-kritischen Journalisten Blumenthal und Sheen teilnahmen, im Namen der Linksfraktion und in deren Sitzungssaal stattfand.

"Ich fühle mich bestätigt, dass man unter solchen Bedingungen nicht reden kann. Außerdem darf mich niemand zu Gesprächen zwingen, die ich nicht führen will. Die Stimmung war aggressiv", sagte der Fraktionsvorsitzende weiter. Auch Abgeordnete der Links-Fraktion waren unter den etwa 15 Leuten, die vor Gysis Büro auf ihn warteten, um mit ihm zu sprechen. "Die eigenen Abgeordneten haben mich selbstverständlich nicht verfolgt", sagte Gysi dazu. "Aber Herr Blumenthal und andere waren sehr aufdringlich."

Der Linken-Abgeordnete Michael Leutert forderte die Organisatoren der Veranstaltung, seine Fraktionskolleginnen Inge Höger und Annette Groth dazu auf, ihr Mandat freiwillig niederzulegen. "Ich kann mit ihnen nicht mehr zusammen arbeiten." (men/bild)