G7 Gipfel in Biarritz: Höhepunkte fernab des Verhandlungstisches

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Handelskrieg, Iran-Konflikt, Brexit-Streit: Beim G7-Gipfel im französischen Biarritz ringen die Mächtigen der Welt seit Samstag um Auswege aus politischen Krisen. Doch so ein Gipfel besteht nicht nur aus harten Verhandlungen, wie diese Bildergalerie zeigt. (mcf/mit Material der dpa)

Frei nach dem Motto "erst das Vergnügen, dann die Arbeit" spielte dieser Polizist am Samstag noch eine Runde mit seinem Hund, bevor er seine Aufmerksamkeit den Staats- und Regierungschefs widmen musste ...
..., die zum abendlichen Dinner im Rahmen des G7-Gipfels in Biarritz eintrafen. Gastgeber Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte begrüßten unter anderem Japans Premier Shinzo Abe und seine Frau Akie. In einem alten Leuchtturm wurde dann ein Eintopf mit rotem Thunfisch serviert - was Umweltschützern aufstieß, weil das Tier wegen Überfischung zu den bedrohten Arten zählt.
US-Präsident Donald Trump dürfte da noch ein Fauxpas vom Mittag im Magen gelegen haben: Nach einem Arbeitsessen mit Emmanuel Macron hatte er in einem Tweet versehentlich @EmanuelMacrone verlinkt - und damit die Zahl der Abonnenten eines Witz-Twitterkontos verdoppelt.
Dank des präsidialen Schreibfehlers hatte der @EmanuelMacrone-Account binnen Stunden 840 statt zuvor 410 Abonnenten. Dann wurde er gelöscht.
Besser lief es für Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin genehmigte sich vor dem offiziellen Start des Gipfels einen Spaziergang am Strand von Biarritz - und zwar ohne ihre Delegation, mit der sie auf diesem Foto zu sehen ist.
Sie sei freundlich gegrüßt worden, auch von deutschen Urlaubern, ließ Merkel später wissen. Außerdem habe sie mit einem französischen Rettungsschwimmer geplaudert.
Im Interview mit dem TV-Sender ITV bog er seine Schwimmeinheit später zu einer Metapher über den Brexit-Streit zurecht: "Von hier aus kann man nicht sagen, dass es ein gigantisches Loch in diesem Felsen gibt. Es gibt einen Weg hindurch. Mein Punkt an die EU ist, dass es einen Weg hindurch gibt. Den findet man aber nicht, wenn man nur am Strand sitzt."
Nachdem er die Badehose gegen einen Anzug getauscht hatte, traf Johnson Donald Trump zum Arbeitsfrühstück. Wie das Rührei mit Kalbswürstchen, die gemischten Backwaren und das Obst war das gesamte Treffen nach Johnsons Geschmack.
Die beiden Blondschöpfe verstanden sich nämlich offensichtlich prächtig. Immer wieder lachten sie laut - auch auf Kosten von Johnsons Vorgängerin Theresa May. "Er ist der richtige Mann für den Job", sagte Trump über Johnson und den Brexit. "Ich habe das schon lange gesagt. Es hat Ihre Vorgängerin nicht sehr glücklich gemacht."
So ohne May war Merkel wieder die einzige Frau am Verhandlungstisch. Und da ihr Ehemann Joachim Sauer nicht angereist war, geriet das Partnerprogramm zum reinen Damenprogramm. Brigitte Macron führte (v.l.) Malgorzata Tusk , Cecilia Morel, Melania Trump, Jenny Morrison und Akie Abe durch Espelette.
Der baskische Ort, der etwa 20 Kilometer von Biarritz entfernt am Fuß der Pyrenäen liegt, ist für die Chili-Sorte "Piment d'Espelette" bekannt. Ob Melania Trump den Biss in eine Schote gewagt hat, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass die Damen Sangria kosteten und einem baskischen Tanz beiwohnten.
Das traditionelle "Familienfoto" am Sonntagabend. Anders als üblich lichteten die Fotografen nicht nur die Führer der G7-Staaten ab, sondern auch die anderen eingeladenen Politiker.
Außerdem baten sie sämtliche Partnerinnen und Partner mit vor die Kamera.
Bei so vielen Teilnehmern musste bei der Foto-Session natürlich auch entsprechend mehr gebusselt werden als gewöhnlich. Ob es Melanie Trump und Kanadas Premier Justin Trudeau gefallen hat oder nicht: Küsse gehören zum Fototermin einfach dazu.
Da hilft es auch nichts, wenn man sich wie Angela Merkel und Donald Trump inhaltlich so gar nicht einig ist und sich außerdem im Lauf des Gipfels schon mehrfach ausgiebig begrüßt hat.
Noch bis Montagabend läuft der G7-Gipfel. So lange herrscht in Biarritz Ausnahmezustand: 13.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Nichtsdestotrotz soll das Treffen Emmanuel Macron zufolge mit 36,4 Millionen Euro "zehn bis fünfzehn Mal" weniger kosten als frühere G7-Gipfel.
Das sei "beispiellos", lobte sich Frankreichs Premier selbst. Tatsächlich hatte die kanadische Regierung für den letzten G7-Gipfel in Québec rund 400 Millionen Euro veranschlagt. Italien war hingegen 2017 im sizilianischen Taormina nach eigener Aussage mit 37,5 Millionen ausgekommen, die vorangegangenen Ministertreffen eingerechnet.