Verfassungsschützer haben das Kanzleramt, mehrere Ministerien und den Hamburger Senat einem Medienbericht zufolge wenige Tage vor dem Start des G20-Gipfels detailliert vor einem Gewaltausbruch in der Hansestadt gewarnt.

Die Zeitung "Die Welt" (Samstag) zitierte aus einem internen Lagebericht des Bundesamts für Verfassungsschutz vom 2. Juli.

Klares Ziel des militanten Spektrums sei es, "eine Eskalation der Straßenmilitanz und damit einen Kontrollverlust bei den eingesetzten Sicherheitskräften herbeizuführen", heißt es demnach in dem vertraulichen Papier.

"Die Ergebnisse von polizeilichen Durchsuchungsmaßnahmen im Vorfeld der Proteste zeigen, dass sich die gewaltbereite linksextremistische Szene gezielt auf militante Aktionen vorbereitet."

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Militante, gut vernetzte Kleingruppen

Die Verfassungsschützer prognostizierten dem Bericht zufolge die Anreise von zahlreichen Linksextremisten aus dem In- und Ausland, aber auch von gewaltbereiten Hooligans und Mitgliedern der sogenannten Ultraszene.

"Nationale und internationale Hooligan-Gruppen sollen ab dem 5. Juli für die Zeit des G20-Gipfels Anreisen nach Hamburg planen", zitiert die Zeitung aus dem Lagebericht.

Es gebe Hinweise, dass unter anderem etwa 500 Gipfelgegner aus Skandinavien in Hamburg Krawall machen könnten. Diese wollten "in militanten Kleingruppen agieren".

Kommuniziert werde über den Messenger-Dienst "Signal". Auch Details zu Kleidung und Bewaffnung wurden demnach in dem Bericht erwähnt.

Zur Logistik heißt es: "Es ist unwahrscheinlich, dass Materialien bei der Anreise mitgeführt werden. Sehr wahrscheinlich ist dagegen, dass sie bereits in Hamburg abseits von Szene-Anlaufstellen aufgehoben und erst kurz vor den Aktionen verteilt werden."

Der Inlandsgeheimdienst äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht.


© dpa