AfD-Chefin Frauke Petry hat mit einer bislang wenig beachteten Rede zum Tag der Deutschen Einheit vom "Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt" für Empörung gesorgt. "Widerlich" und "Pöbelei" nannten Politiker Petrys Aussagen in ihren Reaktionen.

Ihre jüngsten Äußerungen zur Flüchtlingskrise sorgen - wieder einmal - für heftige Kritik: AfD-Chefin Frauke Petry hat in einer bisher wenig beachteten Rede zum Tag der Deutschen Einheit eine Auseinandersetzung zwischen in Europa ansässigen "Transferempfängern" und dem eingewanderten "Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt" prophezeit.

Zunächst hatte die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet, Petry solle bei ihrer Ansprache im Cannstatter Kursaal in Stuttgart auch Aussagen über Deutschland als "vielfältiges, buntes Land" kritisiert haben: "Was soll man denn von diesen ganzen 'Deutschland-ist-bunt'-Kampagnen halten?", sagte sie, "bunt ist auch ein Komposthaufen".

Der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende und Lebensgefährte Petrys, Marcus Pretzell, soll dem Vernehmen nach auf derselben Veranstaltung die Europäische Union mit dem nationalsozialistischen und dem bolschewistischen Staat verglichen haben. Petrys umstrittene Aussagen sind auch auf Youtube dokumentiert.

Harsche Kritik aus anderen Parteien

In einer Reaktion nannte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl Petrys Äußerung gegenüber FAZ.NET "widerlich" und "abscheulich". "Das Geschäftsmodell dieser Leute ist, den Menschen Angst zu machen. Darauf sollten wir uns nicht einmal im Ansatz einlassen", so Strobl. Die AfD sei "nicht die Retterin, sondern die Verräterin des Abendlandes".

Auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Stoch, schäumte: "Diese Entgleisung belegt erneut, dass die AfD mitnichten bürgerlich ist, sondern zutiefst menschenverachtend."

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, sprach gegenüber FAZ.NET von "Pöbelei" und der "wöchentlichen Grenzüberschreitung der Frauke Petry", die "allein dem Verlangen nach maximaler Aufmerksamkeit geschuldet" sei. (af)