Ein Polizist hat sich bei der Geiselnahme in Trèbes heldenhaft verhalten. Das sagte Innenminister Gérard Collomb. Er habe sich gegen eine andere Geisel austauschen lassen, wurde aber schwer verletzt. Die Tat wurde von den Behörden als Terrorakt eingestuft, der Täter von der Polizei erschossen.

Bei der Geiselnahme in Südfrankreich ist ein Polizist schwer verletzt worden, der sich gegen eine Geisel austauschen ließ. Das sagte Innenminister Gérard Collomb nach dem Ende der Geiselnahme in einem Supermarkt im Örtchen Trèbes. Er sprach von einer Heldentat.

Der Beamte habe sein Telefon mit einer offenen Verbindung auf einem Tisch liegen lassen, sagte Collomb. So hätten die Einsatzkräfte hören können, was sich im Supermarkt abspielte.

Als Schüsse fielen, seien sie eingeschritten. Bei dem Einsatz wurde der Täter dann erschossen. Er hatte zuvor selbst drei Menschen getötet.

IS reklamiert die Tat für sich

Der Täter berief sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Carcassonne meldete.

Im Lauf des Tages reklamierte der IS die Geiselnahme dann für sich. Der Angreifer sei ein "Soldat des Islamischen Staates", meldete das IS-Sprachrohr Amak.

"Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen Terroranschlag handelt", sagte zuvor bereits Präsident Emmanuel Macron.

Die Geiselnahme hatte kurz nach 11 Uhr in Trèbes östlich von Carcassonne begonnen.

Angeblich sollte Abdeslam freigepresst werden

Dabei soll der Täter die Freilassung des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gefordert haben. Das meldete der Sender BFMTV ohne Angabe einer klaren Quelle. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Der französische Staatsbürger Abdeslam soll zu einer Zelle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehören, die die schweren Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Er sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft.

Das ist über den Täter bekannt

Nach Angaben von Innenminister Collomb war der Täter für kleinere Delikte bekannt. Collomb bezeichnete ihn aber als Terroristen.

Es handele sich um einen 26-Jährigen, sagte Collomb. "Wir haben ihn beobachtet. Wir dachten, dass es keine Radikalisierung gibt. Er ist plötzlich zur Tat geschritten, obwohl er schon überwacht wurde." (miwo/cai/dpa)