Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR verhandelt mit den libyschen Behörden über den Aufbau eines Lagers an der Küste. Das Lager soll bis zu 1.000 Personen versorgen.

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Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR verhandelt mit den libyschen Behörden über den Aufbau eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land.

"Wir hoffen, dass wir bis zu 1.000 Flüchtlinge in einem solchen Zentrum unterbringen, medizinisch versorgen, psychosozial betreuen sowie dauerhafte Lösungen für sie finden können", sagte der Sondergesandte des UNHCR für das zentrale Mittelmeer, Vincent Cochetel, der "Welt" (Montag).

Libysche Sicherheitskräfte würden die Einrichtung außen schützen, das UNHCR übernehme das Management übernehmen.

Migranten stauen sich in Libyen

"Es stauen sich Migranten in Libyen, die für ihre Überfahrt bezahlt haben und die noch nicht aus Libyen abgelegt haben.

Das legt Brief nahe, der vor Schulz-Auftritt an Bewohner verschickt wurde.


Es gibt das Risiko, dass nun noch mehr Migranten in Haftanstalten landen, entweder unter der Führung der Regierungsbehörden, oder solchen Lagern, die in den Händen der Schmuggler sind. Die Bedingungen sind schlimm", sagte Cochetel. Er räumt ein, dass das Aufnahmezentrum lediglich "ein Tropfen im Ozean" sei.

Berichte über Misshandlungen von Migranten

Libyen ist seit Jahren in Chaos versunken und hat keine funktionsfähige Regierung. Menschenrechtsorganisationen prangern immer wieder schreckliche Zustände in den Lagern und schwerste Misshandlungen von Migranten an.

Zuletzt hatte die italienische Regierung Vereinbarungen unter anderem mit der libyschen Küstenwache gemacht, damit die Flüchtlinge nicht mehr nach Italien kommen. Die Zahl der Überfahrten war zuletzt drastisch gefallen.

Strom an die Küsten reißt nicht ab

Cochetel zufolge reißt der Strom der Migranten nach Libyen jedoch nicht ab. "Es kommen weniger Migranten aus Niger nach Libyen. Aber wir haben Informationen, dass nun mehr Menschen von Niger aus über Algerien und andere Länder nach Libyen einreisen.

Wir können nicht feststellen, dass insgesamt weniger Menschen nach Libyen einreisen", sagte er. Er forderte die EU-Länder auf, sich wegen der Situation in Libyen verstärkt auf Umsiedelung von Flüchtlingen aus den Transitländern Sudan, Tschad, Niger und Algerien zu konzentrieren.


© dpa