Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa

Es ist die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Europa: Millionen Menschen fliehen weltweit vor Krieg, Verfolgung und Armut und machen sich auf den Weg nach Europa und Deutschland. Vor allem über die Balkanroute und das Mittelmeer kommen Tausende Flüchtlinge zu uns. Sie stammen aus Syrien, Afghanistan, dem Balkan oder aus Afrika und suchen bei uns Asyl. Allein in diesem Jahr werden in Deutschland über 800.000 Asylbewerber erwartet. Wie groß die Not der Flüchtlinge ist, welche Tragödien sich auf der Flucht der Menschen abspielen, wie Deutschland und Europa mit den Flüchtlingen umgehen und weitere Hintergründe und News zur Flüchtlingsproblematik, können Sie in den Artikeln in unserer Rubrik nachlesen.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, tritt "aus persönlichen Gründen" zurück. Das teilte das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mit.

Deutschland kontrolliert seit Sonntag seine Grenze zu Österreich, der südliche Nachbar führt ebenfalls wieder Kontrollen ein, Ungarn macht seinen Zaun zu Serbien endgültig dicht. Während die einen diese Maßnahmen als längst überfällig begrüßen, werden sie von anderen als überzogen und menschenfeindlich kritisiert. Die einzigen Profiteure seien die Schleuser, sagte die Linken-Politikerin Jule Nagel.

Europa diskutiert über die Verteilung von Flüchtlingen und immer wieder gerät Ungarn in die Kritik. Bei "Anne Will" nahm der ungarische Minister Zoltán Balog zum Einsatzes von Wasserwerfern und Tränengas gegen Asylsuchende Stellung – wenig überzeugend.

Mit deutlichen Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag auf die Kritik an ihrer Haltung in der Flüchtlingspolitik reagiert. Wörtlich sagte sie: "Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land." Hat sie damit recht? Und wie geht Deutschland aktuell mit der Flüchtlingskrise um?

Oktoberfest und Flüchtlingskrise - München steht in diesen Tagen im Fokus. Die Behörden wollen fröhliche Wiesngäste und Asylsuchende am Münchner Hauptbahnhof möglichst auseinanderhalten. Sie bleiben betont entspannt: Nur keine Aufregung.

Hunderte Flüchtlinge haben sich zu Fuß auf den Weg nach Bayern gemacht. Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr von Salzburg nach Deutschland wegen Überlastung eingestellt.

Müssen die Flüchtlinge in ganz Europa verteilt werden? Und muss es dazu eine verbindliche Quote geben? Länder wie Deutschland und Österreich fordern das, doch vor allem osteuropäische Staaten wie Ungarn oder Tschechien wehren sich dagegen. Schon wird diesen Staaten mit Sanktionen gedroht. Das schreibt die internationale Presse.

Stacheldraht, Flugverbot und ein hoher Zaun – Ungarn tut gerade alles, um die illegale Einreise von Flüchtlingen zu verhindern. Derweil wettert Ministerpräsident Victor Orbán gegen Muslime und gibt Deutschland die Schuld an der Krise. Welches Ziel verfolgt der Premier mit seiner Politik?

Eskaliert die Situation an der deutsch-österreichischen Grenze? "RTL aktuell" hatte berichtet, dass die Polizei am Vormittag Warnschüsse abgegeben habe, um eine Gruppe von Flüchtlingen von der Grenze zwischen Freilassing und Salzburg abzuhalten. Die Polizei Oberbayern hat auf Twitter die Meldung mittlerweile dementiert.

Der Traditionsbetrieb "Poschner's Hühner- und Entenbraterei" darf dieses Jahr zum Oktoberfest sein Zelt nicht aufstellen. Deswegen bietet der Wirt Berni Luff es nun als Flüchtlingsunterkunft an. Die Stadt München reagiert mit Skepsis.

Fehlende Lehrer, potenzielle islamistische Schläfer und ein Streit zwischen Bund und Ländern: Die Liste der Herausforderungen wird länger, seit immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Doch was ist echtes Problem – und was nur politische Rhetorik? Wir machen den Realitätscheck.

Deutschland kontrolliert wieder die Grenzen. Der Andrang Zehntausender Flüchtlinge hatte viele Länder an ihre Belastungsgrenze gebracht. Im Grenzgebiet zu Österreich richtete die Polizei bereits Sonntagabend Kontrollpunkte ein. Tausende Syrer sitzen nun in Österreich fest. Am Nachmittag tagen die EU-Innenminister: Es wird um die Verteilung von 120.000 Flüchtlingen gehen. Die aktuellen Ereignisse im Ticker.

Deutschland führt wieder Grenzkontrollen ein. Wie kam es dazu? Ein Rückblick auf die vergangenen Tage.

Sprengstoff-Alarm am Hauptbahnhof: Polizei gibt Zugverkehr wieder frei.

Die deutsche Bundesregierung korrigiert ihren Kurs: Die ungebremste Einreise von Flüchtlingen nach Deutschland ist beendet. Das Schengen-Abkommen wird vorübergehend außer Kraft gesetzt. Zudem stehen die Züge zwischen Deutschland und Österreich still.

Hilfe anbieten, Korane verteilen und Geschenke bringen – auf diese Weise versuchen Salafisten derzeit in Deutschland Flüchtlinge für sich zu gewinnen. Verfassungsschützer beobachten diese Aktivitäten genau und wollen nun Helfer aufklären. Welche Gefahr geht von der radikalen Islam-Propaganda aus?

Salafisten versuchen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes gezielt, Flüchtlinge anzuwerben, darunter auch Jugendliche. ..

"Ich bin keine herzlose, rassistische Kamerafrau, die Kinder tritt": Jetzt entschuldigt sich die ungarische Kamerafrau, die einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm das Bein gestellt hat. Sie habe eine schlechte Entscheidung getroffen und es tue ihr leid.

Skandinavien und Deutschland – so lauten die Wunschziele vieler Flüchtlinge, die derzeit aus Syrien nach Europa kommen. Aber was ist eigentlich mit anderen Teilen der Welt? Wie gehen die Regierungen dort mit den Flüchtlingsströmen um? Drei Beispiele.

Mehr als 100.000 Asylanträge wurden allein im August in Deutschland gestellt. Wie das Leben der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft weitergeht, können sie erst einmal nicht selbst bestimmen. Bis zu einem normalen Alltag kann es lange dauern.

US-Präsident Obama reagiert langsam auf die internationale Kritik.

Österreich stoppt vorübergehend die Züge aus Ungarn: Zu viele Flüchtlinge drängen ins Land - die Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Die Bahn ersucht Freiwillige sowie Busunternehmen, keine Reisenden mehr an die Bahnhöfe zu bringen. Auch Tickets nach Ungarn gibt es nicht.

Azmi träumt von Deutschland. Wie viele seiner vom Bürgerkrieg gepeinigten Landleute. Er ist 21 Jahre alt, lebte bislang in der syrischen Hauptstadt Damaskus und befindet sich nun – wie jeder zweite der 17 Millionen Einwohner – auf der Flucht. Ob Azmi wirklich existiert, wissen wir nicht. Sicher ist nur, dass es da draußen Tausende wie Azmi gibt. Verzweifelte Menschen auf der Suche nach einem Leben ohne Krieg und Gewalt. Wir zeichnen Azmis Weg nach Deutschland nach.

Deutschland reagiert in der Flüchtlingskrise wie hirnlose Hippies - dieser Meinung ist zumindest der britische Politologe Anthony Glees. Auch andere Staaten üben Kritik am neuen Kurs der Bundesregierung in der Asylpolitik – zu Recht?

Es ist eine Szene, die fassungslos macht: Eine ungarische Kamerafrau stellt einem Flüchtling, der sein weinendes Kind auf dem Arm trägt, ein Bein und bringt beide absichtlich zu Fall. RTL-Reporter Stephan Richter hatte diesen Moment im ungarischen Röszke aufgenommen und ins Netz gestellt - jetzt äußert er sich in einem Gespräch zu dem Vorfall.

Für die vielen Tausend Flüchtlinge, die in diesen Tagen in Europa ankommen, ist Deutschland das Ziel Nummer eins. Die Gründe dafür sind oft eher banal – dazu gehört auch Unwissenheit. Warum momentan so viele Flüchtlinge nach Deutschland wollen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die EU-Staaten zum Handeln in der Flüchtlingskrise aufgefordert. "Es ist jetzt nicht an der Zeit, erschrocken da zu stehen", sagte Juncker am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg. "Es ist an der Zeit, entschlossen und wagemutig zu handeln."

Jeden Tag kommen Tausende Flüchtlinge in Deutschland an. Die Politiker ringen nicht nur mit Lösungen, sondern auch mit einer Erklärung – und finden sie immer häufiger in dem Begriff "Völkerwanderung". Aber wie treffend ist diese Beschreibung?

Der Bürgerkrieg in Syrien könnte sich noch ausweiten - mit direkten Folgen für Europa. Davor warnt der Sondergesandte der Vereinten Nationen. SPD-Chef Gabriel stimmt die Menschen derweil in Deutschland auf weiterhin hohe Flüchtlingszahlen ein. Die SPD-Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, rechnet bereits in diesem Jahr mit deutlich mehr Flüchtlingen als 800.000.

Auf der griechischen Insel Lesbos ist es in der Nacht zum Dienstag erneut zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und der Polizei gekommen. Auch an der mazedonischen Grenze sowie in Ungarn kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der Polizei.

Ob anonym im Internet oder direkt vor den Flüchtlingsheimen: Es scheint, als ob sich immer mehr Menschen im Hass auf Fremde zusammen tun. Aber woher kommt die Abneigung gegen Asylbewerber und Flüchtlinge? Ein Konfliktforscher versucht Antworten zu geben.

Kanzlerin Angela Merkel hat nach der Koalitionseinigung auf das beispiellose Paket zur Flüchtlingshilfe nun eine "Kraftanstrengung der Europäischen Union" gefordert. Notwendig sei eine "solidarische und faire Verteilung der Flüchtlinge". Doch Europa bleibt gespalten. Vor allem Ungarns Regierungschef Viktor Orban schießt scharf.

Die Spitzen von Union und SPD haben sich in der Nacht zum Montag auf ein beispielloses Maßnahmenpaket zur Asyl- und Flüchtlingspolitik verständigt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Schuldzuweisungen, Populismus und Grabenkämpfe: Die Flüchtlingskrise droht Europa zu zerreißen. Während die einen gemeinsame Werte und die Menschenrechte beschwören, machen andere Stimmung gegen Asylbewerber und schotten sich ab. Die Positionen der EU-Länder in der Flüchtlingskrise im Überblick.

Die Flüchtlingskrise ist "kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem." Mit diesen Worten sorgte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban für Aufregung. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen: Flüchtlinge seien ein "Problem, was uns alle in Europa angeht." Auch die Presse sieht Orbans Aussagen kritisch - weist aber auch auf die Versäumnisse der EU in der Flüchtlingspolitik hin.

Während auf dem Budapester Bahnhof Chaos herrscht, nennt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Flüchtlingskrise ein "deutsches Problem". Was steckt hinter seinen Aussagen?

Das Foto eines toten Flüchtlingsjungen geht um die Welt. Das syrische Kleinkind liegt mit dem Kopf nach unten an dem Strand der türkischen Stadt Bodrum, ertrunken auf der Fahrt über das Mittelmeer nach Kos.

800.000 Flüchtlinge sollen laut Schätzungen allein in diesem Jahr in Deutschland ankommen, aber ohne Schleuser würden es die meisten nicht schaffen. In der EU gelten die Menschenschmuggler als Kriminelle, für die Flüchtlinge sind sie oft Helden und Lebensretter – das entspricht auch ihrem Selbstbild.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat den Zustrom von Flüchtlingen als "deutsches Problem" bezeichnet. "Das Problem ist kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem", sagte der Ministerpräsident nach einem Gespräch mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in Brüssel. Zuvor hatte sich die ungarische Polizei erneut vom Budapester Ostbahnhof zurückgezogen. Daraufhin stürmten Flüchtlinge die Gleise.

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Einige von ihnen hoffen auf ein besseres Leben in Europa und wagen dafür gefährliche Reisen. Aus welchen Ländern kommen die Flüchtlinge zu uns und warum fliehen sie aus ihrer Heimat?

Anfeindungen, Verschwörungstheorien und Gerüchte: Beim Thema Flüchtlinge und Asylbewerber in den sozialen Medien mangelt es nicht an Polemik und Hass. Doch mit den Tatsachen haben die Aussagen oft wenig zu tun. Wir unterziehen oft gelesene Postings einem Faktencheck.

Vom Geächteten zum barmherzigen Samariter: In der Griechenland-Krise wurde Angela Merkel von internationalen Kommentatoren noch scharf kritisiert, wird sie nun von nahezu allen Seiten gelobt. Ihre menschliche Haltung zur Flüchtlingskrise sei "eine Lehre" und "rettet (...) die Ehre Europas". So sehen es längst nicht nur die europäischen Medien.

Die rasant steigenden Flüchtlingszahlen verschärfen die Diskussion um eine gerechte Verteilung der Kosten. Nicht nur zwischen den EU-Staaten, sondern auch innerhalb Deutschlands. Vizekanzler Sigmar Gabriel kritisiert derweil andere EU-Länder für ihren Umgang mit den Flüchtlingen. Dabei sieht es danach aus, dass sich die EU wenigsten beim Vorgehen gegen Schleuser einig ist - und möglicherweise bald Kriegsschiffe im Mittelmeer einsetzt.

Innerhalb von zwei Tagen kommen mehr als 1.000 Flüchtlinge mit Zügen aus Ungarn über Österreich nach Deutschland. Doch anders als so manches mal zuvor in Deutschland werden die Asylsuchenden nicht mit braunen Parolen begrüßt, sondern mit gelebter Nächstenliebe.

Die Flucht Hunderttausender nach Europa ist das beherrschende Thema in Deutschland. Es wird über Jahre hinaus die politische Debatte mitbestimmen. Begriffe werden inflationär gebraucht, nicht selten in Unkenntnis. Wer gilt als Flüchtling? Wer nicht?

Dresden, Freital, Heidenau: Besonders ostdeutsche Städte gerieten zuletzt durch Fremdenfeindlichkeit in die Negativschlagzeilen. Dennoch wehren sich die Ost-Ministerpräsidenten gegen die Stigmatisierung einer ganzen Region. Wie braun ist der Osten denn nun?

Der Budapester Ostbahnhof ist für Flüchtlinge gesperrt - doch zuvor haben Tausende Ungarn mit Reiseziel Deutschland verlassen. Die, die zurückbleiben mussten, demonstrierten vor dem Keleti-Bahnhof lautstark für die Weiterreise in den Westen.

Die österreichische Polizei meldet zwei weitere Festnahmen rund um das Flüchtlingsdrama auf der A4. Damit befinden sich im Zusammenhang mit der Katastrophe sieben Menschen in Polizeigewahrsam. Es wird indes noch eine Weile dauern, bis die 71 toten Flüchtlinge identifiziert sind.

Es ist ein plakativer Vorschlag, der da gerade aus Australien kommt: Europa könne seine Flüchtlingskrise entschärfen, indem es einfach den Islamischen Staat bombardiere, sagt Außenministerin Julie Bishop. Was ist dran an der Idee? Wir überprüfen die Aussage der Ministerin.

Millionen Menschen drängt es nach Europa. Sie fliehen vor Krieg, vor Krisen und wirtschaftlicher Not. Allein in Deutschland werden dieses Jahr 800.000 Asylanträge eingehen. Noch nie waren es mehr. Die Menschen kommen vor allem über drei Wege nach Europa.