Auch am Donnerstag sind wieder Hunderte Flüchtlinge bei Passau über die Grenzen nach Deutschland gekommen. Warum sie den langen Weg aus ihren Heimatländern auf sich genommen haben, was ihre Hoffnungen und Träume sind - wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Faisal und Familie

Faisal ist mit seiner Familie aus Syrien gekommen. Sie fliehen vor dem Bürgerkrieg, der seit vier Jahren kein Ende findet. "Bitte, bitte macht etwas. Das Töten darf nicht weitergehen. Warum macht hier keiner etwas?", fleht Faisal, der nicht weiß, wie es seinen Angehörigen in Syrien gerade geht. "Wir haben seit Tagen keine Nachrichten erhalten. Unser Telefon funktioniert hier nicht", klagt Faisal.

Der 48-Jährige möchte mit seiner Ehefrau und seinen sechs Kindern nach Schweden weiterreisen und dort Asyl beantragen. Der Syrer erzählt von der beschwerlichen Flucht über den Balkan. Vor allem in Serbien seien die Zustände desaströs gewesen. "Wir hatten kein Wasser, zwei Tage lang hatten wir nichts zu trinken. Dort war alles dreckig", berichtet der Familienvater und zeigt Fotos als Beweis. Seine jüngste Tochter sei sehr krank geworden. Sie habe eine schlimme Erkältung gehabt.

Faisal und seine Familie kommen aus Syrien. Sie hoffen, in Schweden Frieden zu finden.

Jamal und Chada aus Alleppo

Jamal und seine Schwester Chada kommen aus Syrien. Sie sind aus Aleppo geflohen und wollen in Norwegen eine neue Heimat finden. Der 27-Jährige wirkt bei unserem Gespräch sehr müde von den Strapazen und friert. Beide wünschen sich in Skandinavien endlich in Frieden leben zu können.

Mohammed und Lababa aus Latakia

Mohammed (31) und seine Schwester Lababa (29) sind ebenfalls syrische Flüchtlinge. Sie kommen aus Latakia. Auch sie wünschen sich für ihre Zukunft in erster Linien Frieden. Als Wunschheimat haben sie sich Belgien ausgesucht.

Helen und Vaman aus Qamischli

Die 18-jährige Helen ist mit ihrer 20 Jahre alten Freundin Vaman unterwegs. Die jungen Frauen kommen aus Qamischli, einer Stadt im Gouvernement al-Hasaka im Nordosten Syriens. Sie möchten gerne in Deutschland bleiben. Elf Tage habe die Flucht über den Balkan gedauert, die sehr beschwerlich für alle gewesen sei. Helen sagt, sie habe in Syrien IT studiert und möchte nun ihren Abschluss in Deutschland machen. In Syrien sei das nicht mehr möglich.

Mohammed aus Qamischli

Der 18-jährige Mohammed kommt ebenfalls aus Qamischli. Er ist mit Helen und Vaman unterwegs. Er möchte nach Deutschland, um hier seinen großen Traum zu verwirklichen: Profifußballer zu werden, wie sein großes Vorbild Lionel Messi. Er meint, Deutschland habe die besten Fußballer, deshalb möchte er hierher.