Auf der griechischen Insel Lesbos ist es in der Nacht zum Dienstag erneut zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und der Polizei gekommen. Auch an der mazedonischen Grenze sowie in Ungarn kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der Polizei.

Rund 6.000 Migranten versuchten, auf die Fähre "Eleftherios Venizelos" zu gelangen, die nach Piräus auslaufen sollte. Die Fähre kann aber höchstens 2.500 Menschen aufnehmen. Wie Augenzeugen berichteten, setzte die Polizei Schlagstöcke ein, um die Flüchtlinge daran zu hindern, auf das überfüllte Schiff zu gelangen.

Die Fähre konnte anschließend ablegen und sollte am Dienstagvormittag in Piräus ankommen. Eine weitere Fähre, die "Tera Jet", sollte am Dienstag 1.700 Migranten abholen, wie das Staatsradio berichtete. Die Übergangsregierung in Athen plant in den kommenden Tagen, zwei zusätzliche Fähren einzusetzen.

Auch Auseinandersetzungen in Mazedonien und Ungarn

Viele Flüchtlinge kommen von der Türkei aus auf die Inseln der Ostägäis. Dort herrschen teils chaotische Zustände. Die Einwohner der Inseln, humanitäre Organisationen und die Behörden sind überfordert, die Asylsuchenden erschöpft. Sie müssen teils tagelang auf ihre Registrierung warten. Erst dann können sie auf eine der Fähren zum griechischen Festland gelangen. Von dort aus ziehen die Flüchtlinge in der Regel weiter in Richtung Westeuropa.

Offenbar kam es auch an der mazedonischen Grenze zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der Polizei. Zuvor waren Tausende Flüchtlinge aus Griechenland nach Mazedonien gekommen. Auch in Ungarn kam es erneut zu einem Polizeieinsatz gegen Flüchtlinge. In der Nacht wurde ein Fußmarsch Hunderter Flüchtlinge von der serbischen Grenze Richtung Budapest beendet. Die völlig übermüdeten Menschen seien auf der Autobahn A5 von Polizeibussen abgeholt und in das Erstregistrierungslager Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze zurückgebracht worden, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Am Vortag hatte die Flüchtlingsgruppe, darunter viele Familien mit Kindern, in Röszke eine Polizeiabsperrung durchbrochen und sich anschließend auf den Weg nach Budapest gemacht. (dpa/afp/cai)