Kroatien hat am Montagabend seine Grenze für tausende Flüchtlinge aus Serbien geöffnet. Das berichtet N24 und beruft sich dabei auf einen Fotografen der Nachrichtenagentur AFP am serbischen Grenzübergang Berkasovo.

Dort hatten 2.000 bis 3.000 Menschen in Regen und Kälte ausgeharrt. Ein freiwilliger Helfer sagte, alle Flüchtlinge hätten die Grenze nach Kroatien passiert.

Melita Sunjic, eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks, sagte laut "welt.de", sämtliche Flüchtlinge seien losgerannt, als die Sperren überraschend geöffnet worden seien: "Die letzte Person war ein Junge ohne Beine und wir haben ihm im Rollstuhl hinüber geholfen."

Nach der teilweisen Schließung der Grenzen durch Slowenien und Kroatien war es am Montag zu chaotischen Zuständen auf der Balkan-Flüchtlingsroute gekommen. Tausende Menschen mussten sich im Dauerregen vor den Grenzübergängen in Serbien Richtung Kroatien und in Kroatien gen Slowenien gedulden. Die Polizei sperrte die Grenzen und ließ nur einen Teil der Flüchtlinge mit großer Verzögerung in Richtung Österreich und Deutschland durch.

Die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Znidar kritisierte das Nachbarland Kroatien, deutlich mehr Flüchtlinge an die gemeinsame Grenze zu transportieren, als das Land verkraften könne. Ljubljana könne nicht mehr als 2.500 Flüchtlinge am Tag nach Österreich durchschleusen. Kroatien brachte trotz aller Proteste des Nachbarn Tausende weitere Menschen an die Grenze zu Slowenien, wo sie von der Polizei an der Weiterreise gehindert wurden.