Erneut hat Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Grenzübergang Spielfeld besucht, um sich persönlich ein Bild der Lage zu machen. Dabei kündigte sie bauliche Maßnahmen an.

"Ich habe Planungen für besondere bauliche Maßnahmen in Auftrag gegeben", sagte Ministerin Johanna Mikl-Leitner laut Austria Presse Agentur (APA) am Dienstag bei einer improvisierten Pressekonferenz am Grenzübergang Spielfeld. Ziel sei nicht, einen Zaun von Ungarn bis Slowenien zu errichten, sondern es gehe um die Möglichkeit des geordneten Übertritts einer großen Anzahl an Personen: "Die Lage hier ist äußerst dynamisch, wir hatten Grenzübertritte von zwischen 3.000 und 8.000 Personen. Aber wir müssen uns auch darauf einstellen, dass es bis zu 12.000 sein könnten", erläuterte Mikl-Leitner.

Wann und wie die Pläne umgesetzt werden sollen, kommentierten laut APA weder Mikl-Leitner noch der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, der die Innenministerin beim Lokalaugenschein begleitete. Die Planungen stünden erst am Anfang.

"Technische Sperren"?

In einem Interview mit der "Krone" vor ihrem Besuch in Spielfeld wurde die Innenministerin offenbar konkreter. Dort war die Rede von "technischen Sperren": "Es geht nicht darum, dicht zu machen. Es geht darum, dass sich die Lage weiter verschärfen kann. In diesem Szenario geht es auch um feste, technische Sperren mehrere Kilometer links und rechts des Grenzübergangs", zitiert die "Krone" Mikl- Leitner. Wer glaube, die Lage werde sich schon irgendwie von selber regeln, der verkenne die Situation.

"Gutes Verhältnis zu Bayern"

Zu der scharfen Kritik, die Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am Dienstag an Österreich geübt hatte, sagte Mikl-Leitner: "Wir haben ein gutes Verhältnis zu Bayern." Am System der Blockabfertigung werde man auch weiterhin festhalten.

Mikl-Leitner hatte in der vergangenen Woche bereits für Aufregung gesorgt, als sie bei einem Besuch in Spielfeld den Bau einer "Festung für Europa" gefordert hatte. (af)