Etwa 5.500 Menschen dürften am Dienstag über die slowenische Grenze nach Österreich eingereist sein. Am Abend kam es bei der Essensausgabe zu Tumulten. Mittwochfrüh hat sich die Lage beruhigt - vorerst.

Seit dem Wochenende gelangen Flüchtlinge vor allem über Slowenien nach Österreich. Am späten Dienstagnachmittag kamen überraschend rund 4.500 Menschen an. Nach Angaben der Polizei gab es vom Nachbarland keine Informationen über ihr Eintreffen - sie dürften eine Barriere durchbrochen haben.

Lage im slowenischen Brezice an Grenze zu Kroatien droht zu eskalieren.

Bei der Essensausgabe kam es am Abend zu Tumulten. Viele der Menschen hatten tagelang nichts gegessen. Die Lage beruhigte sich jedoch noch in den Abendstunden. Insgesamt dürften am Dienstag rund 5.500 Flüchtlinge über die Grenze nach Österreich gekommen sein.

Die Flüchtlinge werden in Spielfeld kontrolliert und registriert. Einige wenige hätten versucht, sich mit gefälschten Dokumenten auszuweisen, sagte Polizeisprecher Fritz Grundnig dem ORF. Diese Personen seien zurückgewiesen worden. Eine genaue Zahl, wie viele es bisher waren, nannte Grundnig nicht.

Mittwoch startet ruhig

In der Nacht auf Mittwoch verringerte sich der Zustrom von Flüchtlingen. Um 6:30 Uhr befanden sich nach Angaben der Polizei rund 530 Menschen in der Erstversorgungsstelle an der Grenze. Der Weitertransport der Flüchtlinge in Unterkünfte in ganz Österreich sei die ganze Nacht hindurch gelaufen.

Für Mittwoch werden indes erneut Tausende Flüchtlinge erwartet. "Auf slowenischer Seite in Sentilj befinden sich derzeit 2.300 Personen, wobei noch weitere 1.000 Flüchtlinge avisiert sind - auch hier ist im Laufe des Tages mit dem Übertritt zu rechnen", wird Chefinspektor Wolfgang Braunsar vom ORF Steiermark zitiert.

Das Lager in Bad Radkersburg ist derzeit leer. Auch hier werden im Lauf des Mittwochs aber rund 800 Flüchtlinge von slowenischer Seite erwartet.

Slowenien mobilisiert Militär

Das slowenische Parlament will die Armee einsetzen, um den Andrang von Menschen aus Kroatien zu bewältigen. Die Streitkräfte sollen an den Grenzen patrouillieren sowie die Flüchtlinge im Grenzbereich steuern und festhalten können. Bisher durfte die Armee nur logistische Hilfe leisten.

Allein am Wochenende sind mehr als 13.000 Flüchtlinge von Kroatien nach Slowenien eingereist. Ministerpräsident Miro Cerar warf Kroatien fehlende Kooperationsbereitschaft vor. Das Land halte sich auch nicht an Vereinbarungen, was die Grenzübergänge und die Zahl der Flüchtlinge angehe, sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". (ank)