Das verstehe, wer will: Ein Feuerwehrmann, der vor einer Woche eine Flüchtlingsunterkunft in Altena in Brand steckte, muss nicht in Haft. Die Begründung des Staatsanwalts: Die Tat des jungen Mannes habe zwar einen fremdenfeindlichen, aber keinen rechtsradikalen Hintergrund.

Der 25 Jahre alte Feuerwehrmann und sein 23 Jahre alter Komplize waren am Freitag wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung festgenommen worden. Die jungen Männer aus der Nachbarschaft gaben in Vernehmungen zu, am Samstag vergangene Woche einen Anschlag auf das Wohnhaus verübt zu haben, wie die Polizei in Hagen am Freitag mitteilte. In Haft müssen beide allerdings nicht, weil "eine persönliche Überzeugung, keine politische" vorgelegen habe, wie Staatsanwalt Bernd Maas begründet.

Der Feuerwehrmann legte auf dem Dachboden das Feuer mit Benzin, während sein Komplize Schmiere stand. Als Motiv gab der 25-Jährige an, keine Flüchtlinge in seinem Wohnumfeld haben zu wollen. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand, es entstand aber ein Sachschaden von 20.000 Euro.

Dirk Wiese, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Rechtsausschusses, sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich halte die Einschätzung der Staatsanwaltschaft für falsch. Wer ein Haus anzündet, in dem syrische Flüchtlinge sind, der handelt aus fremdenfeindlichen Motiven." (tfr/dpa)