Die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen Kinder getreten hatte, will jetzt Facebook und einen der Flüchtlinge verklagen. Das berichtet unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die russischen Zeitung Iswestija.

Der Fall hatte Empörung ausgelöst. Von anderen Journalisten gedrehte Videos zeigten, wie die Kamerafrau einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Außerdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Lage im slowenischen Brezice an Grenze zu Kroatien droht zu eskalieren.

Die Frau arbeitete für den Internet-Sender N1TV, der zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Sie wurde nach dem Vorfall entlassen. N1TV teilte mit, der Sender und die Kamerafrau hätten Dutzende Drohbotschaften erhalten.

Klage wegen Facebook-Kommentaren

Vor allem über Facebook hätte es Kommentare gegeben, in denen sie bedroht würde. Facebook habe sich geweigert, so der Vorwurf, Kommentare zu löschen. Dem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" zufolge, will die Reporterin deshalb Facebook verklagen, sobald sie selbst nicht mehr im Fokus der Justizbehörden steht.

Auch der von ihr getretene Flüchtling soll verklagt werden. Die mittlerweile entlassene Kamerafrau habe angegeben, dass der Mann aus Syrien seine Aussage geändert habe. Zunächst soll er die Polizei beschuldigt haben, später erst sie. "Mein Ehemann will meine Unschuld beweisen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung". "Für ihn ist es jetzt eine Frage der Ehre." (far/dpa)