Zur Bekämpfung der Ursachen der Flüchtlingskrise will Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad sprechen. Das sagte sie nach dem EU-Sondergipfel. Zudem betonte sie, dass eine Abschottung Europas beispielsweise durch Zäune keine Lösung sei.

Tausende Flüchtlinge aus Syrien sind bereits in Europa oder machen sich derzeit auf den Weg. Der Bürgerkrieg in ihrer Heimat ist damit einer der Hauptgründe für die aktuelle Flüchtlingskrise. Beim EU-Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs erneut betont, dass vor allem die Ursachen der Krise bekämpft werden müssen. Angela Merkel kann sich sogar vorstellen, mit dem syrischen Diktator zu sprechen: "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden, auch mit Assad." Die EU werde einen UN-geführten, internationalen Prozess zur Befriedung Syriens unterstützen.

Russlands Präsident unterstützt Diktator Assad - aus purem Kalkül.

Es wäre eine Kehrtwende in der bisherigen Syrien-Politik der Bundesregierung und der EU. Bislang haben auch die USA Gespräche oder Verhandlungen mit Baschar al-Assad über einen Frieden in Syrien strikt abgelehnt. Russland hingegen unterstützt den syrischen Diktator und setzt auf eine Verhandlungslösung.

EU will Registrierungszentren für Flüchtlinge einrichten

Auch andere Krisenherde müssten befriedet werden, sagte Merkel weiter. Dabei müsse vor allem die Situation in Libyen in den Blick genommen und dort die Schaffung einer Einheitsregierung vorangetrieben werden.

Zudem erklärte Merkel, dass in Italien und Griechenland bis Ende November Registrierungszentren eingerichtet werden sollen. Auch Bulgarien habe seine Bereitschaft erklärt, einen solchen "Hotspot" einzurichten. In diesen Zentren soll nach Merkels Worten die Registrierung von Flüchtlingen vorgenommen und Fingerabdrücke erfasst werden. Damit solle erreicht werden, dass sowohl die Rückführung als auch die Verteilung der Flüchtlinge gewährleistet ist. "Das ist ein sehr präzises Ergebnis über die Aufgaben, die solche Hotspots haben müssen", sagte sie.

Merkel betonte, die menschliche Würde aller Flüchtlinge müsse respektiert werden. Das gelte auch für diejenigen, die ohne Asylgründe wieder in ihre Heimat zurückgeschickt werden müssten. "Das hat etwas mit dem Gesicht Europas in der Welt zu tun", sagte Merkel. Zäune seien kein Mittel, das Problem zu lösen. Allerdings gebe es auch keine Wahlfreiheit für Flüchtlinge. "Es gibt keinen Anspruch auf ein bestimmtes Land." (dpa/cai)