Der Konflikt um das Unabhängigkeitsreferendum von Katalonien eskaliert. Rund eineinhalb Wochen vor der geplanten Abstimmung gehen in Barcelona Tausende Menschen auf die Straße, nachdem die Polizei mehrere ranghohe Beamte festgesetzt hatte.

Nach der Festnahmen von Unabhängigkeitsbefürwortern eineinhalb Wochen vor einem geplanten Referendum in der spanischen Region Katalonien haben sich die Proteste der Bevölkerung ausgeweitet.

Am Mittwochabend strömten zahlreiche Menschen auf die Straßen von Barcelona, auch in vielen Gemeinden protestierten aufgebrachte Bürger.

Das spanische Fernsehen zeigte Bilder von großen Menschenmassen in der katalanischen Metropole, die die "Estelada" schwenkten - die Flagge der Unabhängigkeitsbewegung der Region.

Die katalanische Polizei "Mossos D'Esquadra" forderte die Menschen über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, mit den Ordnungskräften zusammenzuarbeiten und deren Anweisungen zu befolgen, um Verletzungen und Schäden zu vermeiden.

"In ganz Katalonien sind unzählige Menschen friedlich auf die Straßen gegangen", sagte ein katalanischer Lokalpolitiker der Deutschen Presse-Agentur. "Sie werden nicht mehr gehen, dieses Mal werden sie durchhalten."

Polizei nimmt Beamte fest

Bei Durchsuchungen hatte die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil, die der Zentralregierung in Madrid untersteht, am Morgen 14 zum Teil ranghohe Politiker und Beamte der separatistischen Regionalregierung festgenommen.

Zudem sollen rund neun Millionen Wahlzettel beschlagnahmt worden sein. Trotz mehrmaliger Verbote des Verfassungsgerichts will die Regionalregierung am 1. Oktober eine Volksbefragung über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region abhalten.


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