Die türkische Polizei setzt acht Verdächtige fest, die im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Istanbuler Club Reina stehen sollen. Bei dem Terrorangriff starben 39 Menschen.

Nach dem Anschlag auf den Istanbuler Club Reina hat die türkische Polizei acht Verdächtige festgenommen. Sie stünden im Zusammenhang mit dem Angriff in der Silvesternacht, meldete die Nachrichtenagentur DHA ohne weitere Details zu nennen.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Tat zuvor für sich reklamiert. Ein "Soldat des Kalifats" sei für die Tat verantwortlich, heißt es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung der Terrormiliz. Ob es sich um eine authentische Botschaft handelt, ist noch nicht klar.

39 Menschen starben bei dem Anschlag in der Nacht zum Sonntag, darunter mindestens 26 Ausländer. Der Täter ist auf der Flucht. Die Polizei hat eine groß angelegte Fahndung gestartet.

Zwei Tote kommen aus Deutschland

Unter den Todesopfern ist auch ein Deutscher. Dies bestätigte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Der 25-Jährige stammt demnach aus dem Landkreis Landsberg.

Laut Auswärtigem Amt kommt ein weiteres Todesopfer aus Deutschland. "Wir gehen davon aus, dass zwei der Todesopfer hier ihren festen Wohnsitz hatten", sagte ein Sprecher. Auch die zweite Person lebte in Bayern.

Einer habe sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. "Bei dem anderen gehen wir derzeit davon aus, dass er türkischer Staatsangehöriger ist."

Der Sprecher fügte an, dass drei deutsche Staatsangehörige bei dem Anschlag verletzt worden seien. "Sie sind in guter medizinischer Behandlung und außer Lebensgefahr."

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz bestätigte am Montagmorgen, es seien keine Österreicher unter den Opfern. Hinweise auf Opfer aus der Schweiz gibt es nach Angaben des Schweizer Außenministeriums bislang nicht.

Starke Hinweise auf islamistischen Hintergrund

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, weiter entschlossen gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Türkei werde alles tun, um "die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten". International wurde die Bluttat scharf verurteilt. Bereits 2016 hatte die Türkei eine ganze Reihe verheerender Anschläge erlebt.

Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, werteten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund.

Laut einem Bericht der "Welt" hatte es vor dem Anschlag massive Drohungen gegen den Besitzer des Nachtclubs, Mehmet Kocarslan, gegeben. Die Zeitung der türkischen Islamistenpartei Saadet titelte "Letzte Warnung. Feiert nicht Neujahr!". (dpa/ank/cai/tfr)