Amtsantritt von Joe Biden: Das waren die bisherigen US-Präsidenten

Joe Biden tritt am 20. Januar sein neues Amt als Präsident der Vereinigten Staaten an und wird damit zum mächtigsten Mann der Welt. Er ist bereits der 46. Präsident der USA. George Washington war 1789 der Erste, der dieses Amt bekleidete. Das sind die bisherigen US-Präsidenten. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Am 20. Januar 2021 wird Joe Biden in sein neues Amt als US-Präsident eingeführt. Sein Wahlsieg wurde Mitte Dezember vom Electoral College offiziell bestätigt. Wahlverlierer Donald Trump erhob immer wieder den Vorwurf der Wahlfälschung, für den es jedoch keinerlei Beweise gibt.
Donald Trump, US-Präsident von 2017 bis 2021, war der Erste in seinem Amt, der sich zwei Impeachment-Verfahren stellen musste. Das erste Amtsenthebungsverfahren schlug fehl, das zweite läuft noch. Einen negativen Höhepunkt fand seine Amtszeit kurz vor ihrem Ende mit dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2021.
Barack Obama war von 2009 bis 2017 der 44. Präsident der USA. Er erhielt 2009 den Friedensnobelpreis und war der erste Afroamerikaner im Amt des Präsidenten. Innenpolitisch setzte er sich unter anderem für das US-Gesundheitssystem ein und regelte mit Obamacare einen Zugang für alle zu einer Krankenversicherung.
George W. Bush regierte die USA von 2001 bis 2009. In seine Amtszeit fielen die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York City am 11. September 2001. Daraufhin begann Bush 2001 den Krieg in Afghanistan, zwei Jahre später außerdem den Irakkrieg. Herausforderungen waren außerdem Hurrikan Katrina 2005 und die Finanzkrise ab 2007.
Bill Clinton fiel international eher durch eine zurückhaltende Außenpolitik auf. Er führte die USA in seiner Amtszeit von 1993 bis 2001 durch die Zeit der "goldenen 1990er". Zu einem Eklat kam es, als 1998 die Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky ans Licht kam. In der Folge kam es zu einem Amtsenthebungsverfahren, das jedoch scheiterte.
George W. Bushs Vater George H. W. Bush war von 1989 bis 1993 der 41. US-Präsident. Innenpolitisch setzte er sich für die Reduzierung des Haushaltsdefizits ein. In seine Amtszeit fiel außerdem der Golfkrieg von 1990 bis 1991.
Vor Bush regierte Ronald Reagan als 40. US-Präsident. 1981 wurde er bei einem Attentat verletzt, überlebte den Angriff jedoch. Bekannt war er für seine Witze über die Sowjetunion, die er das "Reich des Bösen" nannte. Die Entspannungspolitik seiner Vorgänger war mit ihm Geschichte.
Der 39. US-Präsident war von 1977 bis 1981 Jimmy Carter. In seiner Amtszeit war er am Camp-David-Abkommen beteiligt, das den Frieden im Nahen Osten sichern sollte. Weiter unterschrieb er die Torrijos-Carter-Verträge zur Übergabe des Panamakanals und nahm erstmals diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf.
Als 38. Präsident der Vereinigten Staaten war Gerald Ford von 1974 bis 1977 der mächtigste Mann der Welt. Er war Vizepräsident unter Richard Nixon, der aufgrund der Watergate-Affäre zurückgetreten war, und führte die zweieinhalb Jahre Amtszeit, die Nixon noch gehabt hätte, zu Ende. Kurz nach seinem Amtsantritt kam es zum sogenannten "Nixon-Pardon": Ford gewährte seinem Vorgänger Begnadigung in allen Straftaten, die diesem vorgeworfen wurden.
Richard Nixon ist der bisher einzige US-Präsident, der von seinem Amt zurücktrat. Zwischen 1969 und 1974 kamen gravierende Missbräuche von Regierungsvollmachten ans Licht, die als die Watergate-Affäre in die Geschichte eingingen. Dazu gehörte etwa der Watergate-Einbruch, bei dem fünf Einbrecher – laut FBI-Ermittlungen Vertraute Nixons – im Hauptquartier der Demokratischen Partei (Watergate-Gebäudekomplex) Abhörwanzen installieren und Dokumente abfotografieren wollten.
Lyndon B. Johnson, oft auch schlicht LBJ genannt, führte die USA von 1963 bis 1969. Als Vizepräsident unter John F. Kennedy wurde er noch am Tag von dessen Ermordung am 22. November 1963 zum US-Präsidenten. Johnson brachte sein Programm "Great Society" auf den Weg, das sich Bürgerrechten sowie der Armutsbekämpfung annahm, und unterstützte die Bewegung von Martin Luther King.
In John F. Kennedys kurzer Amtszeit als 35. US-Präsident zwischen 1961 und 1963 geschahen viele große historische Ereignisse, etwa die Kubakrise, der Bau der Berliner Mauer, die erstmalige bemannte Raumfahrt und die Eskalation des Vietnamkriegs. Die genauen Umstände seiner Ermordung sind bis heute nicht geklärt. Wegen seines vergleichsweise jungen Alters - bei seiner Ermordung war er 46 Jahre alt - und Charismas zählt er bis heute zu den beliebtesten US-Präsidenten.
Dwight D. Eisenhower war von 1953 bis 1961 der 34. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In seine Amtszeit fiel die Hochphase des Kalten Krieges. Unter seiner Führung rüsteten die USA massiv auf, etwa durch die Weiterentwicklung von Atomwaffen. Im Koreakrieg (1950-1953) kam es während seiner Präsidentschaft zum Waffenstillstandsabkommen 1953.
Während Harry S. Trumans Amtszeit von 1945 bis 1953 begannen der Koreakrieg und der Kalte Krieg. Truman setzte als 33. US-Präsident mit der Truman-Doktrin seine Containment-Politik durch, die auf die Eindämmung des Kommunismus abzielte, und trat für die Rechte von Afroamerikanern ein. Unter ihm nahm auch der Marshallplan Gestalt an, der die Wirtschaft in weiten Teilen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützte. Den Pazifikkrieg beendeten die USA unter Truman mit dem bis heute umstrittenen Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki 1945.
Franklin D. Roosevelt war von 1933 bis zu seinem Tod 1945 der 32. US-Präsident. Er wurde dreimal wiedergewählt – so oft wie kein anderer Präsident – und ging als einer der besten Präsidenten in die Geschichte ein. Roosevelt führte sein Land durch den Zweiten Weltkrieg und bekämpfte die Große Depression infolge der Wirtschaftskrise der USA in den 1930er Jahren. Mit den Sozial- und Wirtschaftsreformen unter dem Begriff "New Deal" ging er gegen die Weltwirtschaftskrise an.
Im Gegensatz zu Franklin D. Roosevelt ging sein Vorgänger Herbert Hoover als einer der unbeliebtesten Präsidenten in die Geschichte ein: In seine Amtsjahre von 1929 bis 1933 fiel der New Yorker Börsencrash 1929 und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise. Seine Gegenmaßnahmen wurden als mitleidlos angesehen, wodurch seine anfängliche Popularität schnell der Vergangenheit angehörte.
Der 30. Präsident der Vereinigten Staaten war Calvin Coolidge. Von 1923 bis 1929 bescherte er den USA eine florierende Wirtschaft und einen Haushaltsüberschuss, indem er möglichst wenig regulierte. Diese Laissez-faire-Politik wurde oft kritisiert. Außenpolitisch war er wenig aktiv, unterzeichnete jedoch den Briand-Kellogg-Pakt, der den Krieg ächtete: Die elf unterzeichnenden Staaten wollten damit den Krieg nicht zum Werkzeug ihrer Politik machen.
Warren G. Harding, der 29. Präsident der USA von 1921 bis 1923, wurde als Erster in seinem Amt auch von Frauen gewählt. Er ging als einer der am wenigsten erfolgreichen Präsidenten in die Geschichte ein: Seine Amtszeit war von zahlreichen Skandalen geprägt, etwa einer Korruptionsaffäre in seinem engsten Beraterstab. Harding starb 1923 überraschend im Amt.
Woodrow Wilson, US-Präsident von 1913 bis 1921, führte die Vereinigten Staaten von Amerika durch den Ersten Weltkrieg. Im Rahmen der Pariser Friedenskonferenz 1919 war er Mitglied im Rat der Vier und handelte den Friedensvertrag von Versailles aus. Wilson initiierte die Gründung des Völkerbundes und erhielt 1919 den Friedensnobelpreis.
Der 27. US-Präsident war von 1909 bis 1913 William Howard Taft. Er ist der Einzige, der sowohl US-Präsident als auch später Oberster Bundesrichter (1921-1930) war. Seine Präsidentschaft stand unter dem Einfluss seines guten Freundes und Vorgängers Theodore Roosevelt. Taft hatte alle Mühe, Roosevelts eingeleitete Reformen zu sichern.