US-Präsident Donald Trump hat versucht zu erklären, was er mit seinen rätselhaften Aussagen zu angeblichen Geschehnissen in Schweden in Zusammenhang mit Terrorangriffen genau meinte.

Auf Twitter schrieb Donald Trump, sein Statement beziehe sich "auf eine Geschichte hinsichtlich von Einwanderern & Schweden, die auf auf dem TV-Sender Fox News ausgestrahlt wurde".

Trump hatte am Samstag auf einer Kundgebung in Florida unter Hinweis auf die kürzlich vor Gerichten gescheiterten Einreiseverbote für Bürger mehrerer islamischer Länder gesagt, die USA müssten gesichert werden.

"Schaut Euch an, was in Deutschland passiert, schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist", hatte Trump hinzugefügt und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt.

In Schweden war die Erwähnung des Landes in einer Reihe mit Terrorzielen mit Erstaunen und Humor aufgenommen worden. Unter dem Hashtag #LastNightInSweden tauschten sich Twitternutzer munter darüber aus, was am Freitag in Schweden alles passierte ("Ikea-Schrank falsch aufgebaut", "Bier getrunken, eingeschlafen").

Mike Pence soll Verunsicherung der Europäer nehmen

Doch nicht nur wegen seines Schweden-Fauxpas sorgt der Kurs des neuen US-Präsidenten in der EU für tiefe Verunsicherung. Diese soll Trumps Stellvertreter Mike Pence nun ein wenig nehmen.

Zum Abschluss seiner ersten Europareise trifft der US-Vizepräsident am Montag Spitzenvertreter der Europäischen Union und der Nato in Brüssel.

Vor dem Antrittsbesuch warf der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn der neuen US-Regierung einen Schlingerkurs vor. Es gebe "aggressive Äußerungen" Trumps in Richtung Europa und in Richtung Nato, die spalten sollten, sagte Asselborn der "Passauer Neuen Presse".

Talkgäste kriegen sich wegen richtigem Umgang mit den USA in die Haare.

Asselborn: USA müssen Widerspruch auflösen

Andererseits gebe es differenziertere Äußerungen von Pence und des Außen- und des Verteidigungsministers, die "besser Bescheid zu wissen scheinen als ihr Präsident". Diesen Widerspruch müssten die Amerikaner auflösen.

Pence habe mit seiner Rede am Wochenende bei der Sicherheitskonferenz in München zwar die gemeinsamen Werte Europas und der USA bekräftigt, sagte Asselborn.

Jetzt aber müsse die US-Regierung beweisen, dass Abschottung, eine Aufhebung der Gewaltenteilung und das Abkanzeln von Journalisten nicht zu diesen Werten gehörten.

Pence wird am Vormittag zu Gesprächen bei EU-Ratspräsident Donald Tusk und der Außenbeauftragten Federica Mogherini erwartet. Später stehen dann noch Zusammenkünfte mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf dem Programm.

Vor allem die Begegnungen von Pence mit den EU-Vertretern werden mit Spannung erwartet. Donald Trump hatte kurz vor Amtsantritt gesagt, für ihn spiele es keine Rolle, ob die Europäische Union getrennt oder vereint sei. Den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU bezeichnete er als eine "großartige Sache".

Bei seinem ersten Auftritt in Deutschland hatte Vizepräsident Pence am Samstag versucht, den verunsicherten Verbündeten die Sorgen vor der Politik des neuen US-Präsidenten zu nehmen.

"Das Versprechen von Präsident Trump lautet: Wir werden an der Seite Europas stehen", sagte er am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. "Die USA wollen eine Freundschaft mit Europa und mit allen Nationen."

Die EU erwähnte er in diesem Zusammenhang aber im Gegensatz zur Nato nicht. Auch auf zentrale Fragen der Europäer etwa zum Freihandel, zu Sanktionen gegenüber Moskau oder zum Mauerbau an der mexikanischen Grenze ging er nicht ein.

Trump Ende Mai in Brüssel erwartet

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz traf Pence auch erstmals Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem persönlichen Gespräch. Am Sonntag besuchte er die nördlich der bayerischen Landeshauptstadt gelegene KZ-Gedenkstätte Dachau.

Trump selbst wird voraussichtlich Ende Mai erstmals nach Brüssel kommen. Die Nato will dann ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten organisieren.

Nach vier von Problemen gekennzeichneten Wochen im Amt hatte sich Trump mit einer aggressiven Rede an seine Wählerschaft gewandt. Bei einer Kundgebung in Florida feuerte er am Samstag erneut Breitseiten gegen die Medien ab und beklagte den "Schlamassel", den ihm die Regierung seines Vorgängers Barack Obama hinterlassen habe. Er versprach einen "großartigen" neuen Krankenversicherungsplan, den baldigen Baubeginn einer "großartigen" Grenzmauer zu Mexiko und Millionen "schöner" Jobs. (dpa/szu)