Das Misstrauen gegen Flüchtlingen wächst. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Ipsos-Studie. Besonders groß ist die Angst, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen nach Europa kommen.

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Für die Studie zur Flüchtlingsthematik wurden durch das Internationale Markt- und Meinungsforschungsinstitut "Ipsos" 16.040 Interviews in 22 Ländern geführt. Dabei zeigte sich, dass die Willkommenskultur in Europa abnimmt.

So sprechen sich etwa 44 Prozent der Deutschen für eine vollständige Schließung der EU-Außengrenzen aus. Rund 45 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, elf Prozent wollten sich zu dieser Frage nicht äußern.

Im europäischen Vergleich würden 44 Prozent der Schweden, 40 Prozent der Polen, 45 Prozent der Franzosen und 48 Prozent in Italien ebenfalls die Außengrenzen abriegeln.

Klarere Mehrheitsverhältnisse herrschen in der Türkei und Ungarn. Dort sprachen sich 64 und 55 Prozent der Befragten für die Grenzschließung aus. Lediglich in Großbritannien lehnten 60 Prozent die Grenzschließung ab, in Spanien lag die Zahl bei 61 Prozent.

Angst vor importiertem Terror wächst

Laut Aussagen von "Ipsos" spricht sich zwar die Mehrheit der Deutschen gegen eine Grenzschließung aus, allerdings vertreten 71 Prozent die Meinung, dass nicht nur Flüchtlinge und Schutzbedürftige ins Land kommen, sondern auch Terroristen. Die Umfrage wurde noch vor den Anschlägen in Nizza, bei und in Ansbach durchgeführt.

Die größte Angst vor Terroristen, die als Flüchtlinge getarnt einreisen, haben die Türken mit 83 Prozent. Ähnlich hoch ist die Furcht in Russland mit 77 Prozent sowie in Ungarn mit 72 Prozent.

Ablehnung von Wirtschaftsflüchtlingen

Die größte Ablehnung erfahren so genannten Wirtschaftsflüchtlinge. Acht von zehn der Befragten stimmen folgender Aussage zu: "Die meisten Ausländer, die als Flüchtlinge in mein Land einreisen wollen, sind eigentlich gar keine Flüchtlinge. Sie kommen aus wirtschaftlichen Gründen oder, um aus unseren sozialen Leistungen ihren Vorteil zu ziehen".

Auch beim Thema Integration zeigen sich viele Befragte pessimistisch. Nur 22 Prozent der französischen Bevölkerung glauben an eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge. In Deutschland glauben lediglich 38 Prozent der Befragten, dass eine gelungene Integration möglich sei.