Bei einer Trauerfeier haben in Charlottesville Hunderte Menschen der getöteten Heather Heyer gedacht. Deren Mutter richtete einen bewegenden Appell an alle Amerikaner.

Während das politische Amerika über Donald Trumps Reaktion auf die rechte Gewalt in Charlottesville streitet, haben Eltern, Angehörige und Freunde Abschied von Heather Heyer genommen.

Ex-CIA-Chef Brennan nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht von "nationaler Schande" und wird noch deutlicher.


Die 32-Jährige hatte am Samstag gegen Rechtsextremismus demonstriert und war ums Leben gekommen, als ein Mann mit seinem Auto anscheinend vorsätzlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten fuhr.

Aufruf gegen Hass und Gewalt

Susan Bro, die Mutter der Getöteten, hatte sich bewusst für eine große und öffentliche Trauerfeier entschieden.

Der Tod ihrer Tochter, erklärt sie, solle am Ende nicht nur ein "Sturm im Wasserglas" gewesen sein, sondern etwas bewirken.

"Ich hätte lieber meine Tochter, aber wenn ich sie aufgeben muss, dann soll es zu etwas nütze sein", sagte sie zu den Gästen gefasst und mit kontrollierter Stimme.

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Dementsprechend rief sie alle Amerikaner auf, gegen Extremismus einzustehen. "Wir haben Differenzen, aber lassen Sie uns den Ärger darüber nicht in Hass oder Gewalt kanalisieren."

"Den unbequemen Dialog führen"

Damit Heathers Tod einen Sinn habe, solle jeder sich fragen, was er tun könne. "Lassen Sie uns den unbequemen Dialog führen."

Susan Bro gab sich zuversichtlich, dass das gelingen könne - und erntete dafür Applaus.

Der Täter habe versucht, ihre Tochter zum Schweigen zu bringen, stattdessen aber sei sie nun gestärkt. "Das ist nicht das Ende von Heathers Erbe, sondern erst der Anfang."

Donald Trump würdigte Heather Heyer via Twitter als "wirklich besondere junge Frau", an die sich alle lange erinnern werden.


Unterdessen schlägt dem US-Präsidenten eine Welle der Kritik aus Wirtschaft, Politik, Militär und Gesellschaft entgegen, weil er rassistische Gewalttäter und Gegendemonstranten gleichgesetzt hatte.

"Es gab auf der einen Seite eine Gruppe, die schlimm war, und es gab auf der anderen Seite eine Gruppe, die ebenfalls sehr gewalttätig war", hatte Trump gegenüber Journalisten gesagt.

Als Reaktion auf die Kritik hat Donald Trump zwei Beraterkreise aufgelöst.

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Trump nach Charlottesville weiter in der Kritik

Ausnahmezustand in Charlottesville: Eine Kundgebung von Rechtsextremisten artet in Gewalt aus, es gibt ein Todesopfer und Dutzende Verletzte.