Scharfe Kritik an Österreich haben einige Politiker der CDU geübt. Anlass ist das Verhalten im Fall des Ex-Agenten Sergej Skripal: Österreich weist keine russischen Diplomaten aus.

Mehr aktuelle News des Tages

Europapolitiker der CDU kritisieren die österreichische Regierung dafür, dass sie nach dem Giftanschlag in Großbritannien auf den Ex-Agenten Sergej Skripal keine russischen Diplomaten ausweisen will. Der Außenexperte Elmar Brok sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstag), alle EU-Staaten hätten gemeinsam handeln müssen.

"Dass Österreich auf Neutralität pocht, ist absurd, schließlich geht es um Solidarität für ein EU-Land, in dem ein offensichtlich von Russland befohlener Giftanschlag verübt wurde." Der Europa-Abgeordnete David McAllister sagte, alle EU-Staaten inklusive Österreich sollten volle Solidarität zeigen.

Mehrere EU-Staaten weigern sich, sich den Ausweisungen von Botschaftspersonal anzuschließen. Dazu gehören Österreich, Luxemburg, Griechenland, Bulgarien, Slowenien, Zypern, Malta, Portugal und die Slowakei. Gründe sind auch die unklare Beweislage, die teilweise engen wirtschaftlichen Beziehungen und diplomatische Erwägungen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte am Dienstag getwittert, man wolle "Brückenbauer zwischen Ost und West sein und Gesprächskanäle nach Russland offenhalten".

Zuletzt hatten in Folge des Anschlags weltweit 26 Staaten russische Diplomaten ausgewiesen, darunter auch Deutschland, Frankreich und die USA. Die Gesamtzahl der Betroffenen liegt bei mehr als 140. Sieben weitere russische Diplomaten wurden von der Nato vor die Tür gesetzt.  © dpa