Die Briten wollen nach dem Austritt ihres Landes aus der EU eine Übergangsphase - vor allem aus Rücksicht auf Unternehmen. Einwanderer aus der Europäischen Union sollen aber sofort weniger Rechte gewährt werden. Aus Brüssel gibt es Kritik.

Die britische Premierministerin Theresa May will neuen EU-Einwanderern während der Brexit-Übergangsphase nicht mehr die gleichen Rechte gewähren wie davor.

Es müsse einen Unterschied zwischen denen geben, die vor dem Brexit ankommen, und denen, die danach nach Großbritannien einwanderten, sagte May während einer China-Reise britischen Medienberichten vom Donnerstag zufolge.

Diese Rechte sollen eingeschränkt werden sollen

Wer nach dem Tag des EU-Austritts im März 2019 in das Land einwandert, soll kein automatisches Bleiberecht mehr erhalten.

Dazu könnten den Berichten zufolge weitere Auflagen kommen, wie der Erwerb einer Arbeitserlaubnis und der eingeschränkte Zugang zu Sozialleistungen.

May geht damit erneut auf Konfrontationskurs mit Brüssel. Der Brexit-Chefunterhändler des Europäischen Parlaments, Guy Verhofstadt, sagte der Zeitung "The Guardian", Bürgerrechte während der Übergangsphase seien "nicht verhandelbar". Es könne nicht zweierlei Recht für EU-Bürger gelten.

Briten wollen Übergangsfrist

Großbritannien will für etwa zwei Jahre nach dem EU-Austritt des Landes im März 2019 weiterhin Zugang zum Europäischen Binnenmarkt und Freihandelsabkommen mit Drittländern wie Südkorea und der Türkei haben.

Damit will die Regierung in London verhindern, dass es am Tag des Austritts zum Chaos kommt und Unternehmen mehr Zeit geben, um sich auf die neuen Verhältnisse vorzubereiten. Die genauen Modalitäten der Übergangsphase müssen aber erst verhandelt werden.

Nach dem Willen Brüssels soll das Land dafür weiterhin alle Pflichten eines EU-Mitglieds erfüllen.

Im Dezember hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass EU-Bürger, die bereits in Großbritannien leben oder bis zum Brexit-Datum einwandern, bleiben dürfen. Die Erwartung in Brüssel ist, dass dies auch für eine Übergangsphase gilt.  © dpa

Großbritanniens Wirtschaft kann beim Brexit nur verlieren. Das geht einem Bericht zufolge aus einem Dokument der Regierung in London hervor. Premierministerin May  gerät damit weiter unter Druck.