Ein zweites Referendum über den Brexit? Theresa May lehnt diese Variante kategorisch ab. Aus Sicht der britischen Premierministerin würde eine erneute Volksabstimmung einen "irreparablen" politischen Schaden verursachen.

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Die britische Premierministerin Theresa May befürchtet bei einer erneuten Volksabstimmung über die EU-Zugehörigkeit ihres Landes laut Medienberichten einen "irreparablen" politischen Schaden.

Die BBC veröffentlichte am Montag vorab Auszüge aus einer Rede, die May später am Tag im Unterhaus halten sollte.

Erneutes Referendum würde Land "weiter spalten"

"Lasst uns nicht wortbrüchig gegenüber dem britischen Volk werden, indem wir versuchen, ein anderes Referendum anzusetzen", heißt es laut BBC in dem Redetext. "Eine andere Abstimmung würde unserer Politik einen irreparablen Schaden zufügen, denn es würde den Millionen, die unserer Demokratie vertrauten, sagen, dass die Demokratie nicht Wort hält", heißt es weiter.

Zudem würde ein weiteres Referendum das Land "weiter spalten", und zwar "in genau dem Moment, in dem wir daran arbeiten sollten, es zu vereinen".

Theresa May hofft auf weitere Zugeständnisse

Die britischen Wähler hatten im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit) gestimmt. Dieser soll am 29. März 2019 wirksam werden. In dem Brexit-Chaos in Großbritannien werden immer wieder Forderungen nach einem neuen Referendum laut.

May hatte in der vergangenen Woche eine Abstimmung im Parlament über den mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag angesichts einer sich abzeichnenden Niederlage auf Januar verschoben. Beim EU-Gipfel erhoffte sich May anschließend weitere Zugeständnisse der übrigen 27 EU-Staaten - vergeblich. (dpa/szu/afp)

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