Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat in London in ihrer Grundsatzrede ihren Zwölf-Punkte-Plan zum Austritt Großbritanniens aus der EU vorgelegt. Im Lancaster House bestätigte die britische Regierungschefin die im Vorfeld kursierten Gerüchte über einen "harten Brexit". Halbe Sachen werde es nicht geben, so May. Den EU-Binnenmarkt werde Großbritannien mit dem Brexit verlassen.

Großbritannien wolle zwar auch nach dem Austritt aus der EU ein verlässlicher Partner bleiben, doch ein "halb drinnen, halb draußen" werde es nicht geben, so Theresa May.

Großbritannien wird EU-Binnenmarkt verlassen

Großbritannien werde nach dem Brexit somit auch keine Teil-Mitgliedschaft oder assoziierte Mitgliedschaft einfordern, sondern den EU-Binnenmarkt verlassen.

"Wir streben nicht nach einem Modell, das andere Länder schon genießen", sagte sie in Anspielung auf Länder wie Norwegen. Das Land ist kein EU-Mitglied, hat aber vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt.

Im Gegenzug muss es zum EU-Haushalt beitragen, EU-Bürgern erlauben, in Norwegen zu leben und zu arbeiten, und einen großen Teil der EU-Gesetzgebung übernehmen. May betonte: "Wir streben nicht danach, an Häppchen der Mitgliedschaft festzuhalten, wenn wir gehen."

May sprach sich demonstrativ gegen einen weiteren Zerfall der Europäische Union aus: "Ich will nicht, dass das passiert. "Wir wollen den Binnenmarkt nicht untergraben, wir wollen die Europäische Union nicht untergraben." Großbritannien habe ein Interesse daran, dass die EU erfolgreich sei.

May betonte, das Brexit-Votum sei keine Ablehnung der gemeinsamen Werte gewesen. Großbritannien werde weiterhin ein verlässlicher Partner für die restlichen 27 EU-Staaten sein. "Wir wollen eure Waren kaufen und euch unsere verkaufen und mit euch so frei wie möglich handeln", sagte May.

Parlament soll final über Brexit-Deal abstimmen

Die britische Premierministerin kündigte an, das Parlament in London über einen abschließenden Brexit-Deal abstimmen zu lassen. Das finale Abkommen "wird beiden Häusern des Parlaments zur Abstimmung vorgelegt, bevor es in Kraft tritt".

Mit einem solchen Abkommen ist frühestens im Frühjahr 2019 zu rechnen, nach einer zweijährigen Verhandlungsphase. Sie beginnt mit der förmlichen Austrittserklärung.

May hatte angekündigt, Brüssel spätestens Ende März über den Austrittswunsch des Landes zu informieren.