Die britische Premierministerin Theresa May ist wegen Äußerungen zur Einschränkungen der Menschenrechte und der Terrorabwehr in die Kritik geraten. Der strikte Kurs der Regierung wirkt sich auch auf die Umfragewerte vor den Parlamentswahlen aus.

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Wegen Äußerungen zu Terrorabwehr und Menschenrechten ist Premierministerin Theresa May am letzten Tag vor den Parlamentswahlen stark in die Kritik geraten.

Labour-Chef Jeremy Corbyn sagte der BBC: "Wir werden den Terrorismus nicht besiegen, indem wir unsere Grundrechte und unsere Demokratie zerreißen." Vielmehr brauche das Land mehr Polizisten und zusätzliche Investitionen in die Sicherheitskräfte.

Corbyn kritisierte Kürzungen der konservativen Regierung im Polizeietat.

Terrorabwehr: May will notfalls Menschenrechte einschränken

May hatte versprochen, künftig härter gegen Terroristen vorzugehen. Dazu sei sie auch bereit, Menschenrechte einzuschränken, um Terrorverdächtige länger festhalten oder schneller abschieben zu können, sagte May am Dienstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Slough, westlich von London.

"Wenn unsere Menschenrechtsgesetze uns daran hindern, dann werden wir diese Gesetze ändern, damit wir es tun können. Wenn ich am Donnerstag zur Premierministerin gewählt werde, beginnt diese Arbeit am Freitag."

May erhofft sich Rückenwind für EU-Austritt

In Großbritannien wird an diesem Donnerstag ein neues Parlament gewählt. May hatte entgegen aller Versprechen Neuwahlen ausgerufen. Sie hofft auf eine klare Parlamentsmehrheit und damit auf Rückenwind für die komplizierten Verhandlungen über den EU-Austritt.

Weiteres Ziel ist es, die Stimmen der Brexit-Gegner im Parlament zu dämpfen.

In einem Interview der "Sun" sagte May auch, sie sei bereit, den Zeitraum, in dem Terrorverdächtige ohne Haftbefehl festgehalten werden können, von 14 auf 28 Tage auszudehnen. Der ehemalige liberaldemokratische Vize-Premier Nick Clegg warf May im BBC Radio vor, mit ihrer Rhetorik den rechten Medien in die Hände zu spielen.

Sie wolle einer "lahmen" Wahlkampagne neuen Schwung geben.

Terror wirkt sich auch auf Umfragewerte aus

Mays strikter Kurs wirkt sich auch auf die Umfragewerte der Konservativen aus. Einen Tag vor der Parlamentswahl in Großbritannien wird es eng zwischen den beiden großen Parteien.

Zwar haben die Konservativen von Premierministerin Theresa May in den Umfragen noch immer die Nase vorn, aber die von Jeremy Corbyn geführte Labour-Partei verringerte den Abstand am Mittwoch weiter.

Tories liegen nur noch vier Punkte vor der Labour-Partei

Nach der letzten YouGov-Umfrage lagen die Tories mit 42 Prozent der Stimmen nur noch vier Punkte vor Labour mit 38 Prozent. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Opinium hat Mays Partei mit 43 Prozent immerhin sieben Prozentpunkte Vorsprung.

Bei ICM betrug der Abstand zwischen den Parteien zuletzt ganze 11 Punkte mit 45 Prozent für die Konservativen und 34 Prozent für Labour.

Corbyns Partei legte in den vergangenen Wochen deutlich zu. Labour hatte Anfang Mai zeitweise unter der 30-Prozent-Marke gelegen. (arg/dpa)