Brexit: Die fünf mächtigsten Akteure

Im Streit um den Brexit stehen sich nicht nur verschiedene Interessen, sondern auch starke Charaktere gegenüber. Eine Übersicht über die fünf mächtigsten britischen Akteure. (mcf/mit Material der dpa)

Theresa May ist seit den Wahlen von 2017 auf die Stimmen der nordirischen DUP angewiesen, die ihr aber beim Brexit-Abkommen die Gefolgschaft verweigert. Auch innerhalb ihrer eigenen Konservativen Partei, auch Tories genannt, hat sie mit vielen Widersachern zu kämpfen.
Die oppositionelle Labour-Partei will einen harten Brexit, sprich einen EU-Austritt ohne Vertrag, eigentlich verhindern. Das bedeutet aber nicht, dass sie für den Deal ist. Denn die Mannschaft von Jeremy Corbyn spekuliert auf Neuwahlen. Labour hätte dann die Chance, die Tories als Regierungspartei abzulösen.
Corbyn war lange gegen eine zweite Volksabstimmung, was ihm den Ruf eingebracht hat, er sei insgeheim für den EU-Austritt Großbritanniens. Zwischenzeitlich tritt die Partei jedoch geschlossen für ein neues Referendum ein.
Mit seinen stets zu großen Anzügen, tiefem Scheitel und runder Brille sieht Jacob Rees-Mogg aus wie die Karikatur eines britischen Gentlemans aus den Tagen des späten Empires. Der erzkonservative Katholik ist zwar ein Hinterbänkler im Parlament, aber extrem einflussreich.
Rees-Mogg steht einer rund 80-köpfigen Gruppe beinharter Brexit-Befürworter vor, der sogenannten European Research Group. Diese blockiert Mays Austrittsabkommen und spekuliert auf einen harten Brexit.
Arlene Foster war Regierungschefin in Nordirland. Heute steht sie der DUP vor - jener Partei, ohne deren Stimmen die Regierung von Theresa May handlungsunfähig ist.
Bislang stellt sich die DUP stur gegen den Deal. Es gilt aber nicht als unmöglich, dass sich Foster und ihre Parteifreunde mit einer Geldspritze für ihre wirtschaftlich abgehängte Region umstimmen lassen. Zudem bekommt die DUP zunehmend Druck von Unternehmerverbänden in Nordirland, die einen Brexit ohne Abkommen verhindern wollen.
Der ehemalige Staatsanwalt Dominic Grieve ist der Kopf einer etwa zwölfköpfigen Gruppe innerhalb der Tory-Abgeordneten, die den Brexit am liebsten ganz abblasen oder zumindest eine sehr enge Anbindung an die EU erreichen möchte.
Auch Grieve unterstützt die Option, die Briten ein weiteres Mal über den Brexit abstimmen zu lassen.