Eine laufende Online-Petition auf der Website des britischen Parlaments fordert mit Unterschriften ein zweites Referendum zum Brexit. Bisher sollen bereits mehr als drei Millionen Unterschriften gesammelt worden sein. Doch dabei geht es vermutlich nicht mit rechten Dingen zu.

Drei Tage nach dem Ausgang des Brexit-Referendums scheint Großbritannien gespaltener und unentschiedener denn je. Eine Online-Petition des britischen Parlaments ist auf Unterschriften-Fang für eine zweites Referendum. Sollte das jedoch um jeden Preis geschehen? Der BBC zufolge besteht der Verdacht, dass etliche Stimmenabgaben mir Hilfe von "Bots" manipuliert wurden. Sogenannte "Bots" laufen automatisiert und generieren falsche Unterschriften.

Ein Hinweis auf diese "Bots" ist beispielsweise die Registrierung von zehntausenden Stimmen aus dem Vatikan, wobei das kleine Land lediglich knapp 900 Einwohner zählt. Augenscheinlich scheinen die für die Petition Zuständigen im Parlament nicht genügend Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben.

Mehrere Medien haben die Zahl der Unterschriften gemeldet, so auch die dpa in ihrem Brexit-Ticker.

Seine Worte von Mitte Mai dürfte Nigel Farage nun bereuen.

Der BBC zufolge nimmt die Vorsitzende des parteiübergreifenden Petitionsausschusses Helen Jones die Anschuldigung des Betrugs sehr ernst. Auf Twitter reagierte sie: "Menschen, die mit falschen Unterschriften an dieser Petition teilnehmen, sollten wissen, dass sie mit ihrem Verhalten genau kontraproduktiv handeln".

Bisher wurden 77.000 Stimmen als falsch identifiziert und von der Petitionsliste ausgeschlossen, so berichtet die Huffington Post UK.

Sollte die Anzahl der echten Unterschriften unter 100.000 fallen, wird sich das Parlament nicht weiter mit der Petition befassen. Sollte die Anzahl darüber liegen, geht die Petition ins Unterhaus.

Dennoch schloss Premierminister David Cameron im Vorfeld ein zweites Referendum aus.

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(ink)