Andrea Leadsom, britische Energie-Staatssekretärin, will nun doch nicht zur Wahl um die Nachfolge von Premierminister David Cameron antreten. Damit wäre der Weg für Innenministerin Theresa May frei.

Sie waren die beiden Gesichter der Brexit-Befürworter - jetzt hat sich nach Boris Johnson auch Rechtspopulist Nigel Farage zurückgezogen. Um den EU-Schlamassel der Briten müssen sich andere kümmern.

Die britische Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom tritt nicht zur Wahl um die Nachfolge von Premierminister David Cameron an. Das kündigte die Abgeordnete am Montag an. Damit wäre der Weg für Innenministerin Theresa May frei. Beide hatten vergangene Woche angekündigt, bei einer Urwahl der Parteibasis anzutreten.

Nach dem Brexit-Votum brauche das Land rasch eine neue, starke Führung, sagte Leadsom. "Wir brauchen so schnell wie möglich einen neuen Premierminister." Die Wirtschaft sowie die in Großbritannien lebenden EU-Migranten brauchten Klarheit, wie es weitergehe.

Damit könnte sich der Amtswechsel in London schneller vollziehen als zunächst geplant, meinte der Sender BBC. Allederdings sei nicht ausgeschlossen, dass Justizminister Michael Gove doch noch seine Kandidatur anmeldet. Er hatte bei einer Vorauswahl der Kandidaten durch die Tory-Abgeordneten weniger Stimmen als May und Leadsom bekommen und war aus dem Rennen ausgeschieden.

Cameron hatte nach seiner Niederlage beim Brexit-Referendum seinen Rücktritt für September in Aussicht gestellt.© dpa