Boris Palmer hatte für eine radikale Äußerung zur Corona-Pandemie viel Kritik einstecken müssen - auch parteiintern. Nun aber geben einige Grüne dem Tübinger OB demonstrativ Rückendeckung.

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Mehrere Grünen-Mitglieder haben den parteiintern umstrittenen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in Schutz genommen.

In einem Appell heißt es: "Die versammelten Vorstandsebenen sollten den Dialog mit ihm suchen und den ungrünen Stil der Maßregelung aufgeben."

Prominente Namen unter den Unterzeichnern

Der Vorstand der Südwest-Grünen hatte Palmer nach einer Äußerung zur Corona-Pandemie zum Austritt aufgefordert. Zudem hatten die Grünen-Spitzen im Bund, Land und Kreisverband Tübingen erklärt, ihn nicht mehr unterstützen zu wollen.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die frühere Vizepräsidentin des Bundestags, Antje Vollmer und der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Martin Hahn. Mehrere Medien hatten zuvor über das Schreiben berichtet.

In dem Aufruf heißt es weiter: "Seit ihrer Gründung war unsere Partei ein Ort leidenschaftlicher Debatten, offener Auseinandersetzungen in der Sache, freier Rede und des Respekts vor Minderheitsmeinungen." Das entspreche den grünen Prinzipien von Gewaltfreiheit und Basisdemokratie.

Palmer "ein manchmal rebellischer Freigeist"

"Boris Palmer gehört zum Urgestein der baden-württembergischen Grünen, er ist ein überzeugter Ökologe und ein manchmal rebellischer Freigeist." Palmer sei nicht unbelehrbar, habe aber ernsthafte Gründe für seine Position genannt.

Palmer hatte Ende April in einem Interview gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären."

Er erklärte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht sei.

Er räumte ein, dass sein Satz Anlass zum Missverständnis gegeben habe. (dpa/fte)

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