Die US-Unternehmerin Jennifer Arcuri hat sich emotional über eine angebliche Affäre mit Premierminister Boris Johnson geäußert. Er habe sie "gedemütigt" und wie "einen flüchtigen One-Night-Stand" behandelt.

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Rund dreieinhalb Wochen vor der britischen Parlamentswahl hat die US-Unternehmerin Jennifer Arcuri Premierminister Boris Johnson wegen seines Umgangs mit ihrer Beziehung schwere und emotionale Vorwürfe gemacht.

Der Politiker habe sie "mit gebrochenem Herzen" und "gedemütigt" zurückgelassen, sagte Arcuri dem britischen Fernsehsender ITV am Sonntag. Die US-Bürgerin steht im Zentrum eines mutmaßlichen Interessenkonflikts, der in die Zeit von Johnson als Bürgermeister von London zurückgeht.

"Als wäre ich irgendein kleines Monster"

Das frühere Model sagte dem Fernsehsender ITV, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte, Johnson habe sie brüsk abgewiesen, nachdem sie versucht habe, ihn um Rat zu fragen, wie man mit dem Medieninteresse an ihrer angeblichen Affäre umgehen solle. "Und ich fühlte mich so angewidert und gedemütigt, als mir gesagt wurde, es gehe um größere Dinge, lass gut sein, er (Johnson) ist zu beschäftigt für dich."

Arcuri fügte in dem Interview direkt an Johnson gewandt hinzu: "Ich bin furchtbar untröstlich, dass du mich beiseite geworfen hast, als wäre ich irgendein kleines Monster." Sie sei nichts anderes als loyal, treu, unterstützend und ein echter Vertrauter von ihm gewesen.

"Ich habe deine Geheimnisse bewahrt, und ich war dein Freund." Sie fügte hinzu: "Und ich verstehe nicht, warum du mich abgeblockt und ignoriert hast, als wäre ich ein flüchtiger One-Night-Stand oder ein Mädchen, das du in einer Bar aufgegabelt hast."

Jennifer Arcuri erhielt Fördergelder

Dem britischen Premierminister wird vorgeworfen, in seinem damaligen Amt als Londoner Bürgermeister das frühere Model begünstigt zu haben. Die "Sunday Times" hatte damals berichtet, sie habe zwischen 2008 und 2016 insgesamt 126.000 Pfund (141.000 Euro) an öffentlichen Fördergeldern erhalten.

Außerdem sei Arcuri bei Auslandsreisen des damaligen Bürgermeisters bevorzugt worden, obwohl sie nicht die erforderlichen Bedingungen erfüllte. Johnson wies die Anschuldigungen zurück.

Johnson, der von 2008 bis 2016 Londoner Bürgermeister war, kämpft bei den Parlamentswahlen im kommenden Monat um seine Wiederwahl als Premierminister. (ff/dpa/afp)

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