Boris Johnson erhält Rückendeckung von Donald Trump. Bei ihrem ersten Treffen kündigt der US-Präsident an, nach dem Brexit ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien abschließen zu wollen.

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US-Präsident Donald Trump unterstützt den harten Brexit-Kurs des neuen britischen Premierminister Boris Johnson. Johnson sei "der richtige Mann" dafür, den Brexit umzusetzen, sagte Trump am Sonntag bei einem Treffen mit dem Premierminister am Rande des G7-Gipfels in Biarritz.

"Er braucht keine Ratschläge", fügte der US-Präsident hinzu. Das gemeinsame Arbeitsfrühstück war das erste Treffen der beiden Politiker seit Johnsons Amtsantritt als Regierungschef.

Trump stellte Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit ein "fantastisches" Handelsabkommen mit den USA in Aussicht. Der US-Präsident zeigt sich dabei zuversichtlich, dass man das angestrebte Freihandelsabkommen "schnell" abschließen werde.

Er sprach von einem "sehr großen Handelsabkommen - größer, als wir es jemals hatten". Johnson werde ein "fantastischer Premierminister" sein, prophezeite der US-Präsident.

Johnson kritisiert Trumps Handelspolitik

Johnson mahnte den US-Präsidenten zur Mäßigung bei seiner Politik eskalierender Handelsstreitigkeiten: Der britische "Blick auf den Handelskrieg" sei folgender: "Wir sind insgesamt für Handelsfrieden", sagte Johnson. Das Vereinigte Königreich habe "in den vergangenen 200 Jahren massiv vom Freihandel profitiert".

Johnson hatte die USA kurz vor dem Treffen zum Abbau von Handelsbeschränkungen für britische Produkte aufgefordert.

Um das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien zu erreichen, müssen "unsere amerikanischen Freunde zu Kompromissen bereit sei", sagte der Premierminister am Samstagabend.

Großbritannien baut auf engere Wirtschaftsbeziehungen mit den USA

Großbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

Der Brexit soll auch in den weitere Beratungen in Biarritz eine Rolle spielen. Für Mittag ist ein bilaterales Treffen von Johnson mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant.

Dabei dürfte der ungelöste Streit um die sogenannte Auffanglösung für Nordirland eine Rolle spielen, deretwegen Johnson den bereits ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU ablehnt.

In einer gemeinsamen Mitteilung nach dem Treffen hieß es, Trump und Johnson hätten besprochen, "wie der Austritt des Vereinigten Königreichs viele Chancen bietet, unsere schon jetzt starken wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen zu vertiefen, einschließlich eines umfassenden Handelsabkommens". Beide Seiten hätten dazu eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. (afp/thp/dpa)

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