Die Polizei hat offenbar einen Anschlag auf den Berliner Halbmarathon am heutigen Sonntag verhindert. Vier Männer sollen geplant haben, Zuschauer und Sportler anzugreifen.

Mit der Festnahme von vier Männern hat die Polizei offenbar einen Anschlag auf den Halbmarathon in Berlin vereitelt. Das berichtet "Die Welt".

Der Hauptverdächtige unter den vier Männern soll zwei scharf geschliffene Messer vorbereitet haben, um Zuschauer und Sportler zu töten. Da der Mann bereits unter Beobachtung der Sicherheitskräfte stand, habe jedoch keine konkrete Gefahr bestanden.

Verdächtige aus Umfeld von Anis Amri

Wie die Zeitung weiter schreibt, stammen die Männer aus dem Umfeld von Anis Amri, der im Advent 2016 einen Lastwagen in die Besucher des Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin gesteuert hatte.

Eine der jetzt durchsuchten Wohnungen in der City West war dem Blatt zufolge auch nach dem Anschlag vom Dezember 2016 durchsucht worden.

Im Keller der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des am Sonntag überwältigten Hauptverdächtigen schlugen den Informationen zufolge speziell auf Sprengstoff trainierte Hunde an. Dazu zitiert die Zeitung einen "ranghohen Polizeiführer" mit den Worten: "Wir werten noch aus. Aber das war wahrscheinlich knapp."

Auf Anfrage der Deutschen Presseagentur bestätigte ein Polizeisprecher lediglich, dass es Festnahmen im Zusammenhang mit dem Halbmarathon gegeben habe. Das Verfahren liege bei der Staatsanwaltschaft. In Kürze werde es dazu eine Pressemitteilung geben.

Sicherheitsvorkehrungen nach Münster überprüft

Der Berliner Halbmarathon ging am Sonntag friedlich von statten. Bei den Männern stellte Erick Kiptanui aus Kenia mit der Siegerzeit von 58:42 Minuten einen Streckenrekord sowie eine Jahresweltbestzeit auf und blieb nur um 19 Sekunden über dem Weltrekord. Als erste Frau kam Melat Kejeta aus Äthiopien (1:09:04) ins Ziel.

Nach dem tödlichen Zwischenfall in Münster hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Samstag angekündigt, dass die Polizei noch einmal die schon "extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen" für den Halbmarathon am Sonntag überprüfen werde.

Laut Polizei bestand keine konkrete Gefährdung. Sie wollte mit 630 Beamten im Einsatz sein, um die Strecke abzusperren und zu sichern. (mcf/dpa)