Außenministerin Annalena Baerbock bricht an diesem Montag zu einer dreitägigen Reise in die Golfregion auf. Nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts vom Freitag wird die Grünen-Politikerin zunächst nach Saudi-Arabien reisen und anschließend Katar besuchen. Bei den Gesprächen würden regionale Themen im Fokus stehen, darunter vor allem das Krisenmanagement mit Blick auf den Sudan, aber auch auf Jemen.

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Am Montag will die Ministerin in der saudischen Hafenstadt Dschidda am Roten Meer ihren Amtskollegen Faisal bin Farhan treffen. Bei einem weiteren Termin werde es um die Lage im Sudan gehen, kündigte der Sprecher an. Zudem werde es ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft geben. Am Dienstag werde Baerbock in Dschidda mit dem jemenitischen Außenminister Ahmed bin Mubarak sprechen sowie den UN-Koordinator für Jemen, David Gressly, treffen.

Am Dienstagnachmittag will Baerbock in Doha, der Hauptstadt von Katar, mit Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani zusammenkommen. Zudem ist in dem Wüstenstaat am Persischen Golf ein Treffen mit Vertretern der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) geplant. Dabei soll es um Arbeitnehmerrechte gehen. Unter anderem beim Bau der Spielstätten für die Fußball-WM 2022 hatte es Kritik an den Bedingungen für die Bauarbeiter gegeben. Auch in Katar soll es um die Krisen im Sudan und im Jemen sowie die Lage in Afghanistan gehen. Saudi-Arabien und Katar stehen wegen Menschenrechtsverletzungen international in der Kritik.

Aus Diplomatenkreisen in der saudischen Hauptstadt Riad hieß es, bei den Gesprächen werde es auch um die Zusammenarbeit im Energiebereich gehen. Auch Saudi-Arabiens Normalisierung der Beziehungen mit dem Iran sowie die Rückkehr Syriens in die Arabische Liga würden Themen sein. Wenige Tage nach Baerbocks Besuch findet in Saudi-Arabien am Freitag das Gipfeltreffen der Organisation statt, zu dem auch Syriens Präsident Baschar al-Assad eingeladen ist.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien galten über Jahre als zerrüttet, vor allem wegen Saudi-Arabiens Beteiligung am Krieg im Jemen und dem Mord am Journalisten Jamal Khashoggi. Trotz anhaltender Kritik auch wegen der Lage der Menschenrechte ist Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher Mohammed bin Salman inzwischen wieder ein wichtiger Gesprächspartner auch für den Westen. Vergangenes Jahr empfing er im September Bundeskanzler Olaf Scholz und im Juli US-Präsident Joe Biden.  © dpa

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