Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video verbreitet, das den Angreifer aus dem Regionalzug bei Würzburg vor dem Attentat zeigen soll. "Ich bin ein Soldat des Islamischen Staates und beginne eine heilige Operation in Deutschland", sagte der Mann mit einem Messer in der Hand in dem Video, das am Dienstag von Amak im Internet veröffentlicht wurde.

Weiter erklärt er auf Paschtu: "Die Zeiten sind vorbei, in denen ihr in unsere Länder gekommen seid, unsere Frauen und Kinder getötet habt und euch keine Fragen gestellt wurden (...) So Gott will, werdet ihr in jeder Straße, in jedem Dorf, in jeder Stadt und auf jedem Flughafen angegriffen. (...) Ihr könnt sehen, dass ich in eurem Land gelebt habe und in eurem Haus. So Gott will, habe ich diesen Plan in eurem eigenen Haus gemacht. Und so Gott will, werde ich euch in eurem eigenen Haus abschlachten."

IS beansprucht Axt-Attacke für sich

Bereits zuvor hatte der IS die Axt-Attacke für sich beansprucht. Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, teilte Amak mit. Er habe auf Aufrufe reagiert, die Länder der internationalen Koalition anzugreifen, die den IS bekämpfen.

Das Bundesinnenministerium erklärte, das Video sei sowohl den Bundessicherheitsbehörden als auch dem Ministerium bekannt. "Die sorgfältige Auswertung dauert an."

Der Axt-Angreifer wollte sich nach Angaben der Ermittler an Nicht-Muslimen rächen, die seinen muslimischen Glaubensbrüdern Leid angetan hätten. Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager am Dienstag in Würzburg.

Oberstaatsanwalt: Angriffe "mit Vernichtungswille"

Der 17-Jährige sei mit dem vorgefassten Entschluss in den Zug gestiegen, ihm unbekannte "Ungläubige" umzubringen. Seinen eigenen Tod habe er dabei in Kauf genommen. Der 17-Jährige habe die Angriffe "mit Vernichtungswillen geführt", sagte Ohlenschlager.

Der Täter sei ein gläubiger Muslim gewesen, der bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Am vergangenen Samstag habe er erfahren, dass ein Freund von ihm in Afghanistan ums Leben gekommen war.

Während der Tat habe der Jugendliche mehrmals "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Auf dem Handy-Notruf einer Zeugin, der von der Polizei aufgezeichnet wurde, sei dieser Ausruf "deutlich zu verstehen", sagte Ohlenschlager.

Ein 17-Jähriger afghanischer Herkunft war am Montagabend mit einer Axt und einem Messer auf Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg-Heidingsfeld losgegangen. Fünf Menschen wurden verletzt.

(dpa)