Klare Ansage von "AKK": Annegret Kramp-Karrenbauer will als CDU-Vorsitzende in der Regierung wieder mehr Stimmgewalt für ihre Partei reklamieren. Die ersten Monate des schwarz-roten Bündnisses bezeichnet die Kandidatin auf die Nachfolge von Parteichefin Angela Merkel bei der Vorstellung ihrer Kandidatur als "bleierne Zeit". Sie beklagt "Frust" bei den Parteimitgliedern.

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Die Kandidatin für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, will ihre Partei im Kräfteverhältnis zur Regierung wieder deutlich aufwerten.

In den vergangenen Jahren sei es zu oft so gewesen, dass die Regierung entschieden und die CDU das im Nachhinein mit oder ohne Widerstand akzeptiert habe, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung ihrer Kandidatur.

Diese Vorgehen passe aber nicht mehr in die heutige Zeit, fügte die Saarländerin hinzu. "Wir müssen diese Prozesse umkehren", sagte sie, künftig müsse die Debatte über eine Entscheidung zunächst in der CDU geführt und dann über die Bundestagsfraktion in die Bundesregierung hineingetragen werden.

Die Positionsbestimmung müsse zuerst in der Partei stattfinden. Dann erst könne die Fraktion diese Position in das Regierungshandeln einbringen, erklärte die amtierende CDU-Generalsekretärin.

Annegret Kramp-Karrenbauer spürt "Frust" der Parteimitglieder

Kramp-Karrenbauer bezeichnete die ersten Monate der schwarz-roten Koalition als "bleierne Zeit". Sie habe bei ihrer wochenlangen Zuhörtour durch die Partei den Frust der Mitglieder darüber gespürt, was CDU, CSU und SPD in Berlin zu verantworten haben.

Der Wunsch nach Erneuerung und auch Veränderung in der Partei dürfe allerdings nicht in einen "ruinösen Wettbewerb" der Kandidaten münden. Dieser würde die CDU letztlich geschwächt zurücklasse, sagte die 56-Jährige.

Pläne für die Post-Merkel-Ära

Sie wolle keinen Wahlkampf um den Parteivorsitz gegen andere Bewerber führen, vielmehr ein Angebot unter mehreren Möglichkeiten machen, wie die Zukunft der Partei nach der Ära von Angela Merkel weiter gehen solle.

Neben Kramp-Karrenbauer bewerben sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz um den Posten des CDU-Parteichefs.

Mit Blick auf ihre Konkurrenten sagte sie, falls sie gewinne, wünsche sie sich, dass Spahn und Merz sich weiter für die Partei engagierten. Beide sollten ihre Sichtweise und ihre Expertise auch künftig einbringen. (szu/dpa/afp)

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