In Afghanistan ist laut Angaben von Sicherheitskräften offenbar ein deutscher Talibankämpfer festgenommen worden. Tatsächlich sind europäische Kämpfer in Afghanistan sehr selten.

Afghanische Sicherheitskräfte haben in der schwer umkämpften südafghanischen Provinz Helmand angeblich einen deutschen Talibankämpfer festgenommen.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Daulat Wasiri, sagte am Mittwoch, in der Nacht seien während einer Militäroperation im Bezirk Gereschk vier bewaffnete Mitglieder der radikalislamischen Gruppe gefangen genommen worden - drei seien Afghanen, einer sei Deutscher. Er habe seinen Namen noch nicht, sagte Wasiri. Außerdem sei noch unklar, wie der Mann zu den Taliban gestoßen sei.

Die Behörden in Gereschk und die deutsche Botschaft in Kabul waren für eine Bestätigung zunächst nicht erreichbar.

Europäische Kämpfer sind selten

Es gibt schon lange auch ausländische Kämpfer unter den Taliban - die meisten stammen aber aus der Region und sind beispielsweise Usbeken, Pakistaner oder Tschetschenen. Europäische Mitglieder sind selten und schlecht dokumentiert, obwohl immer wieder Berichte über "hellhäutige, Uhren tragende" Kämpfer auftauchen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung "Guardian" aus dem Jahr 2010 soll in Südafghanistan einmal die Leiche eines Kämpfers mit einem Tattoo des britischen Fußballklubs Aston Villa gefunden worden sein.

Im Dezember hatte es Gerüchte über Franzosen unter den Kämpfern des IS im Norden Afghanistans gegeben.

Helmand ist eine Hochburg der Taliban, die nach offiziellen Angaben wieder mindestens 13 Prozent des Landes kontrollieren oder beeinflussen und um weitere 30 Prozent kämpfen.  © dpa

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