Man könnte meinen es sei halbwegs egal, welche Figuren den Fußgängern auf Ampeln angezeigt werden. Ob nun das Ampelmännchen, eine Ampelfrau oder ein Ampelelvis - wichtig ist eigentlich nur Farbgebung Rot und Grün. Oder? In Sachsen-Anhalt ist genau über diese Frage ein bizarrer Streit entflammt.

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Standen Sie schon mal einer Fußgängerampel, auf der nicht das klassische Ampelmännchen den Verkehr regelte, sondern vielleicht das Bergmännchen in Ahlen, die Stadtmusikanten in Bremen oder der Kaschperl aus der Puppenkiste in Augsburg? Falls ja: Waren Sie verwirrt? Sind sie vielleicht sogar aufgrund dieser Verwirrung im falschen Moment auf die Straße gelaufen?

Oder haben Sie sich einfach ganz normal am Rot und Grün der Ampelanlage orientiert und vielleicht gar nicht so sehr darauf geachtet, wer Ihnen da gerade signalisiert, ob Sie zu stehen oder zu gehen haben?

In Sachsen-Anhalt beschäftigt sich aktuell das Landesverwaltungsamt mit der Frage nach dem Verwirrungspotential von Ampelfiguren - und speziell von Ampelfrauen.

Die sollen nämlich aus den Ampelanlagen des Bundeslandes verschwinden, "weil für die Darstellung von Lichtzeichen für Fußgänger an Lichtsignalanlagen ausschließlich die Verwendung des Sinnbildes 'Fußgänger' (schreitend, stehende Variante) vorgeschrieben" ist. So begründet laut "N-tv.de" das Land den Vorstoß gegen die Ampelfrau. Zudem könnte die Ampelfrau sogar zur Unwirksamkeit führen, heißt es weiter.

Ampelfrau "kann zu Irritation führen"

Schon 2019 hätte Magdeburg gerne wieder Ampelfrauen installiert, erhielt aber schon damals eine Absage vom Landesverwaltungsamt. "Verkehrszeichen treffen eine eindeutige Aussage und müssen schnell auf den ersten Blick für jedermann verständlich erkennbar sein. Die Verwendung von Ampelfrauen kann hingegen zu Irritation bei den Verkehrsteilnehmern führen", hieß es damals zur Begründung.

In Halle beispielsweise hängen jedoch noch einige Ampelfrauen, die nun ebenfalls weg sollen.

Politikerinnen kämpfen für die Ampelfrau

Linkenpolitikerin Evan von Angern, die auch Vorsitzende des Landesfrauenrates ist, will sich für das Bleiben der Ampelfrau einsetzen: "Aus meiner Sicht ist auch die Bildsprache nicht zu unterschätzen, deshalb muss es für mich ganz klar neben Ampelmännern auch Ampelfrauen geben." Grünen-Politikerin in Halle, Melanie Ranft, will ebenfalls gegen das Verbot vorgehe:" Gemeinsam mit der Fraktionsvorsitzenden im Landtag Conny Lüddemann werden wir für den Erhalt des Ampelmädchens in Halle und in ganz Sachsen-Anhalt kämpfen."

Zwar hat das Landesverwaltungsamt bereits alle Kommunen über das Verbot der Ampelfrauen informiert, einen Deadline bis zu der endgültigen Entweiblichung aller Ampeln in Sachsen-Anhalt gibt es jedoch noch nicht. Ein bisschen Hoffnung dürfen wir für die Ampelfrau also noch haben.

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