"Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig", drohte Donald Trump im Streit mit Kim Jong Un. Vor Koreas Küste ist jetzt ein US-Atom-U-Boot vor Anker gegangen, ein Flugzeugträgerverband folgt.

Zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt ist die "USS Michigan" im Hafen von Busan in Südkorea angekommen. Das amerikanische atomgetriebene U-Boot hat Platz für 154 Marschflugkörper - offenbar ein Zeichen der Stärke, das Präsident Donald Trump an das Regime um Machthaber Kim Jong Un in Nordkorea schicken will.

Pjöngjang feiert an diesem Dienstag mit großem Pomp den 85. Jahrestag der Gründung seiner Armee. Ein Sprecher der US-Navy nannte die Entsendung des Atom-U-Boots laut CNN einen Routinevorgang.

Zuletzt hatten die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang stark zugenommen. Trump drohte im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm mehrfach mit einem Alleingang. Es wird befürchtet, dass Nordkorea einen weiteren Atom- oder Raketentest anlässlich des Gründungstag seiner Armee vornehmen könnte.

Nordkorea verschärft den Ton gegenüber USA - US-Bürger inhaftiert.

"Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig", hatte Trump kürzlich dem TV-Sender Fox mit Blick auf Nordkorea gesagt. Ende des Monats wird außerdem ein Flottenverband um den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" vor der Koreanischen Halbinsel erwartet.

Um Abfahrtszeitpunkt, Kurs und Ziel des Flottenverbands hatte es jedoch Verwirrung gegeben. Der US-Regierung wurden irreführende Aussagen vorgeworfen, da die von Singapur kommenden Schiffe - entgegen der Darstellung des Weißen Hauses - zunächst nicht auf direktem Wege gen Korea steuerten, sondern erst für eine Militärübung vor der Nordwestküste Australiens haltmachten.

Kurz vor dem Jahrestag der nordkoreanischen Armee hatte Trump am Montag noch einmal nachgelegt und die Führung in Pjöngjang als "anhaltend kriegslustig" kritisiert. Ihre Handlungen destabilisierten die koreanische Halbinsel, sagte er nach Angaben des US-Präsidialamts in einem Telefonat mit Chinas Präsident Xi Jinping.

Xi wiederum rief in dem Gespräch alle Seiten zur Mäßigung auf, wie das Außenministerium in Peking am Montag mitteilte. Es müsse "alles vermieden werden, was die angespannte Lage auf der Halbinsel verschlimmern könnte".

In Nordkoreas Staatsmedien wurden die USA vor einem "Amoklauf" gewarnt. "Auf Aggressoren warten nur Leichen und Tod", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Sinmun".© SPIEGEL ONLINE