Die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) hat sich offenbar mit Al-Kaida verbündet. IS-Chef Al-Bagdadi soll sich zudem mit einer Kampfansage an den Westen zurückgemeldet haben. Seine Anhänger forderte er zum Widerstand gegen die "Kreuzfahrer" auf.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) und die Terror-Gruppe Al-Kaida einen Waffenstillstand vereinbart haben. Wie die israelische Zeitung "Haaretz" und der britische "Independent" schreiben, haben zwei syrische Oppositionelle berichtet, dass sich Delegationen der beiden Terror-Gruppen am 2. November heimlich in Nordsyrien getroffen hätten.

Die sieben militanten Führer sollen beschlossen haben, sich nicht mehr gegenseitig zu bekämpfen. Vereinbart wurde wohl auch ein gemeinsames Vorgehen gegen ihre Gegner.

Al-Bagdadi mit aktueller Audiobotschaft?

Zudem hat sich der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, in einer ihm zugeschriebenen Audiobotschaft mit einem Durchhalteappell an seine Gefolgsleute gewandt. In der am Donnerstag verbreiteten 17-minütigen Botschaft ruft er seine Anhänger zum weiteren Widerstand gegen die "Kreuzfahrer" auf. Echtheit oder Aktualität der Aufnahme konnten zwar nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Allerdings ähnelte die Stimme auf dem Tonband der in vorigen Aufnahmen von Al-Bagdadi.

Da er in der Rede zugleich eine Expansion des "Islamischen Staates" unter anderem auf Ägypten verkündet, dürfte die Aufnahme frühestens am Sonntag entstanden sein. An diesem Tag hatte die ägyptische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis dem IS die Treue geschworen.

Das Terror-Bündnis zwischen Al-Kaida und dem IS im Norden Syriens könnte der US-Strategie einen schweren Schlag im Kampf gegen die Extremisten versetzen, berichtet der "Telegraph". Es würde die von den USA unterstützten Rebellen weiter schwächen. Sie gelten als relativ unorganisiert.

US-Strategieänderung in Syrien?

Zuvor sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel erklärt, dass der Kampf gegen den IS noch lange andauern werde. Zwar gebe es nach Monaten andauernder Bombardierungen im Irak und in Syrien "stetige und anhaltende Erfolge". Doch "es wird ein langer und schwieriger Kampf werden", sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington.

Zugleich berichtete der TV-Sender CNN am Donnerstag, Präsident Barack Obama erwäge eine Strategieänderung in Syrien. Im Weißen Haus mache sich die Einschätzung breit, dass der IS in Syrien nicht besiegt werden könne, so lange Präsident Baschar al-Assad in Damaskus an der Macht ist.

Hagel sagte zwar: "Es gibt keine Strategieänderung in Syrien." Allerdings fügte er hinzu: "Wir können unsere Ziele in Syrien nicht mit einem Mal erreichen." Nach wie vor gebe es in Syrien keine rein militärische Lösung. Entscheidend sei die Stärkung einer gemäßigten Opposition. Deren Ausbildung werde aber noch acht bis zwölf Monate dauern.