Die Türkei und ihre Verbündeten sind offenbar ins Zentrum der Stadt Afrin vorgedrungen. Das sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und bestätigte damit Berichte über eine Offensive auf die Stadt.

Fast zwei Monate nach Beginn der Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordwestsyrien hat die türkische Armee die Kontrolle über das Zentrum der Stadt Afrin gewonnen. Das sagte Präsident Erdogan im westtürkischen Canakkale.

Offensive auf Afrin

Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von einer Offensive auf die Stadt berichtet.

Die Truppen rückten schnell vor. "Die Kämpfe dauern an", sagte der Leiter der Organisation, Rami Abdel Rahman am Morgen.

Der Sender CNN Türk hatte berichtet, türkische Einheiten seien vom Südosten aus in die Stadt eingedrungen. Die mit Ankara verbündeten Rebellen erklärten, sie seien "von Osten und Westen" in die Stadt vorgedrungen.

Einwohner vor Ort sagten der Nachrichtenagentur AFP, die noch anwesenden Zivilisten versteckten sich in Kellern.

In den vergangenen Tagen waren angesichts der türkischen Offensive Zehntausende Menschen aus Afrin geflohen.

Tausende Tote seit Beginn der Offensive

Die Türkei hatte den Militäreinsatz gegen die YPG am 20. Januar begonnen. Wie die Beobachtungsstelle am Sonntag mitteilte, wurden seither mehr als 1.500 kurdische Kämpfer getötet. Die meisten seien bei Luftangriffen und durch Artilleriefeuer getötet worden. Seit dem 20. Januar seien überdies mehr als 400 protürkische Rebellen getötet worden.

Die Türkei sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation.

Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Die YPG dagegen ist wichtiger Partner der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). (cai/dpa/afp)