Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ihren für Mitte Juni geplanten Delegierten-Parteitag abgesagt. Das hat der Bundesvorstand an diesem Dienstag in einer Telefonkonferenz entschieden. Stattdessen soll nun voraussichtlich Ende Juni ein außerordentlicher Mitgliederparteitag stattfinden.

Hintergrund ist, dass laut Bundesschiedsgericht der Partei Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Delegierten-Wahlen in mehreren Landesverbänden bestehen. Die Verschiebung könnte Parteichef Bernd Lucke in die Hände spielen, der nach Einschätzung von Beobachtern in der Alternative für Deutschland (AfD) insgesamt mehr Rückhalt hat als unter den Delegierten.

In der Führungsspitze der AfD tobt seit Wochen ein Richtungsstreit. Lucke vertritt den liberal-konservativen Flügel der Partei. Seine größte Rivalin ist die sächsische AfD-Chefin Frauke Petry. Sie wird dem national-konservativen Flügel zugerechnet. Der niedersächsische AfD-Landesvorsitzende Armin Paul Hampel hatte vergangene Woche in einem Interview erklärt: "Lucke hat sich schon von der AfD verabschiedet." Dem widersprach Lucke vehement. (cai/dpa)