Tausende Schweizer gehen nach der Auszählung auf die Strassen. Die Schweiz sagt mit knappem Ergebnis Ja zur Zuwanderungs-Initiative. Doch dieser Entscheid trifft nicht im ganzen Land auf Begeisterung. In Zürich, Bern und Luzern kommt es zu zahlreichen Protesten.

Auf dem Zürcher Helvetiaplatz haben sich nach dem Volksentscheid über die SVP-Initiative zur Zuwanderungsbeschränkung mehr als 1.500 Menschen eingefunden. Sie protestieren gegen den Schweizer Entscheid, der nicht nur den Bundesrat schockiert, sondern europaweit für Aussehen sorgt. Laut "Tele Züri" sind unter den Demonstranten auch Mitglieder des Schwarzen Blocks.

Auch in Bern und Luzern gingen Schweizer nach dem "Ja" zur Zuwanderungs-Initiative auf die Strasse. Mehrere hundert Personen setzten sich mit Transparenten gegen den Entscheid zur Wehr. Darauf forderten sie "internationale Solidarität" gegen Rassismus und machten klar: "Wir schämen uns."

Während die Polizei in Zürich sich mit Wasserwerfern auf mögliche Einsätze vorbereitet hatte, blieben landesweite Ausschreitungen aus.

Zuwanderungs-Initiative nur knapp angenommen

Die Initiative "Gegen Masseneinwanderung" der SVP war am Sonntag mit 50,3 Prozent Ja-Stimmen nur knapp angenommen worden. Die Differenz zwischen Gegnern und Befürwortern betrug rund 19'500 Stimmen.

Das Ständemehr erreichte die Initiative problemlos: 17 Kantone stimmten der Initiative zu. Dabei war der Pro-Entscheid am deutlichsten im Tessin, sowie in der Zentral- und der Ostschweiz. Auch im Mittelland fanden sich viele Befürworter.