Die Ermittlungen zu den Ursachen des Hubschrauber-Absturzes in Mali laufen weiter. Bereits vor dem Einsatz in Mali gab es Bedenken, ob der Kampfhubschrauber für die Einsatzbedingungen in Westafrika geeignet ist. Wir stellen den Tiger vor.

Die Ursachen des Absturzes eines Kampfhubschraubers der Bundeswehr vom Typ "Tiger" in Mali sind weiter unklar.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach technische Probleme mit dem Hubschrauber. Wir stellen das Modell mit seinen Stärken und Schwächen vor.

Viele Einsatzmöglichkeiten und eine große Schwäche

Der "Tiger"-Kampfhubschrauber ist ein deutsch-französisches Waffenprojekt.

Ursprünglich wurde der "Tiger" für die Panzerabwehr entwickelt, später aber zum Mehrzweckkampfhubschrauber unter der Bezeichnung "Unterstützungshubschrauber Tiger" (UHT) umgebaut.

Das von der Bundeswehr verwendete Modell wird für die Panzerabwehr, den Kampf gegen feindliche Hubschrauber, die Aufklärung und zur Feuerunterstützung verwendet.

Zudem wird der "Tiger" auch für Eskortmissionen eingesetzt. Die mittlerweile offizielle Bezeichnung für den Hubschrauber lautet "Kampfhubschrauber Tiger" (KHT).

Der Hubschrauber bietet Platz für insgesamt zwei Personen: Einen Piloten und einen Bordschützen. Um die Sicht des Schützen zu erhöhen, sitzt dieser hinter dem Piloten in einer leicht erhöhten Position.

Bewaffnet ist das Modell mit mehreren Raketentypen und bis zu zwei Maschinengewehren. Die Maschinengewehre sind dabei fest unter den Seitenflügeln des Hubschraubers montiert.

Eine drehbare Bugkanone fehlt beim KHT. Für den Kampfeinsatz ist das ein großer Nachteil, da der Helikopter aufgrund der starr montierten Gewehre immer erst auf das jeweilige Ziel ausgerichtet werden muss, um feuern zu können.

Wendig und schwer zu entdecken

Nützlich für Aufklärungsmissionen ist das über dem Hauptrotor montierte Mastvisier. Dieses ermöglicht es dem KHT, auch in völliger Deckung Ziele anzupeilen.

Die Entdeckung des Hubschraubers durch feindliche Ortungsgeräte wird durch die Konstruktion des Hubschraubers erschwert. Allerdings ist der KHT kein Tarnkappenhubschrauber.

Mit seinen zwei Turbinen kann er Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 290 km/h erreichen.

Das Modell gilt zudem als äußerst wendig. Die Einsatzreichweite des Hubschraubers beträgt 725 Kilometer bei einer maximalen Einsatzdauer von drei Stunden.

Ist der "Tiger" ungeeignet für Mali?

Die Einsatzfähigkeit des "Tiger" Kampfhubschraubers in Mali gilt als umstritten. Aufgrund mehrerer technischer Mängel war das Modell über lange Zeit als "Pannen-Hubschrauber" bekannt.

Bei einem Testflug im Jahr 2013 war bereits ein Hubschrauber des Typs bei Oberammergau abgestürzt.

Experten äußerten in Bezug auf den Einsatz in Mali besonders Bedenken bezüglich der dort herrschenden Temperaturen. Die hohen Temperaturen in dem westafrikanischen Staat könnten sich demnach negativ auf die Leistungsfähigkeit der Triebwerke auswirken.

Bis kurz vor dem Einsatz galt für das Modell "Tiger" noch eine Temperaturobergrenze von 43,26 Grad um starten zu dürfen.

Der Wert, der abhängig von Luftdruck und der Flughöhe berechnet wird, wurde für die Mission in Mali um fünf Grad erhöht.

Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr äußerten zwei Tage nach dem Absturz vom Mittwoch ebenfalls scharfe Kritik.

Laut einer Aussage ihres Vorsitzenden gegenüber der "Bild"-Zeitung seien die Hubschrauber für den Einsatz in Westafrika nicht ausgiebig genug getestet worden.

Zudem hätten die Piloten nicht genug Erfahrungen mit den Hubschraubern.