Es existiert eine Liste mit 173 Namen von möglichen IS-Selbstmordattentätern. Seit Mai haben europäische Sicherheitsbehörden Zugriff auf die Informationen. Auch Europäer stehen auf der Liste.

Europäische Polizeibehörden verfügen über eine Liste mit 173 potenziellen Selbstmordattentätern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das meldet die "Welt" online, deren Redaktion die Liste einsehen konnte.

Zu jedem der Männer sei ein Name und ein Geburtsdatum vermerkt, schreibt das Portal. Es gebe auch Angaben zum Herkunftsland: Der überwiegende Teil - 132 Personen - kommt demnach aus dem Irak. Darunter sind etwa 20 Minderjährige. Zudem werden Tunesien, Marokko, Jordanien, Tadschikistan und Saudi-Arabien genannt.

Mehrere Europäer sind darunter - auch ein Deutscher

Sechs potenzielle Atentäter kommen aus Europa: Belgien, die Niederlande, Frankreich sind dabei.

Der IS wurde in Mossul vernichtend geschlagen. Doch nun sind es die Sieger, die Sorgen bereiten.

Und Deutschland: Einer der Männer stammt dem Bericht zufolge aus Nordrhein-Westfalen. Sami J., Kampfname "Abu Assid al-Almani", 27 Jahre alt, zuletzt wohnhaft in Solingen.

Entdeckt wurde die Liste vermutlich von irakischen Spezialeinheiten beim Kampf um Mossul. Laut "Welt" werteten US-amerikanische Geheimdienste die Dokumente aus und übermittelten sie der internationalen Polizeiorganisation Interpol.

Diese gab die Informationen im vergangenen Mai an die europäischen Behörden weiter - damit die Männer gefasst werden können, sollten sie sich auf den Weg nach Europa machen. (ank)