Vor Jahren überrannten Dschihadisten große Teile des Irak und riefen den "Islamischen Staat" aus. Jetzt meldet Bagdad den Sieg über die Terroristen. Doch verschwunden sind die nicht.

Die irakische Regierung hat den vollständigen Sieg über die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) verkündet. Dreieinhalb Jahre nach der Ausrufung des "Kalifats" durch die IS-Miliz hätten die Streitkräfte die Kontrolle über die Grenze zu Syrien vollständig vom IS zurückgewonnen, wie Ministerpräsident Haidar al-Abadi in Bagdad verkündete.

Grenze zu Syrien über eine Länge von 435 Kilometern unter Kontrolle

"Unser Feind hat unsere Kultur auslöschen wollen", sagte al-Abadi. "Wir haben ihn in kurzer Zeit besiegt." Zwei Tage zuvor hatte Russland bereits den IS im Nachbarland Syrien für besiegt erklärt.

Die für ihre Gräueltaten berüchtigte IS-Miliz hatte 2014 ihren Siegeszug im Irak und in Syrien gestartet. Im Juni 2014 rief sie ein "Kalifat" aus, nachdem sie in einer Blitzoffensive Iraks Armee bis kurz vor Bagdad zurückgedrängt hatte.

Zum Zeitpunkt ihrer größten Machtausdehnung beherrschte die Miliz ein Gebiet von der Größe Italiens mit rund sieben Millionen Menschen. Ein Drittel des irakischen Territoriums stand zeitweise unter ihrer Kontrolle - darunter Städte wie Mossul, Tikrit, Ramadi und Falludscha.

Nach irakischen Militärangaben wurden die letzten IS-Einheiten im Irak im Grenzgebiet zu Syrien von der Armee und Kämpfern des paramilitärischen Schiitenbündnisses Hasched al-Schaabi ("Volksmobilisierung") besiegt.

Die Armee habe nun die Grenze zu Syrien über eine Länge von 435 Kilometern im ehemaligen IS-Gebiet zwischen den Grenzübergängen al-Walid und Rabia unter Kontrolle, sagte der Chef des irakischen Oberkommandos, General Abdel Amir Jarallah.

Beobachter vermuten Terrorzellen im gesamten Land

Die Gefahr durch den IS dürfte durch die militärischen Erfolge aber nicht gebannt sein. Zum einen gibt es ein großes Wüstengebiet, das sich kaum kontrollieren lässt und wo immer noch IS-Kämpfer unterwegs sein dürften.

Zum anderen ist damit zu rechnen, dass die Extremisten untertauchen und verstärkt auf Terroranschläge sowie eine Guerilla-Taktik setzen, wie sie es bereits in der Vergangenheit getan haben.

Zudem konzentrierte sich ihre Aktivität zuletzt stärker auf andere Länder. So kam es etwa in Afghanistan mehrfach zu Anschlägen, zu denen sich die IS-Miliz bekannte.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk sprengten sich derweil fünf Selbstmordattentäter in die Luft, nachdem sie von Sicherheitskräften in einem Gebäude belagert wurden, wie ein Milizenführer berichtete.

Es wird davon ausgegangen, dass sie dem IS angehörten. Die ölreiche Region wird weiterhin nach Widerstandsnestern durchsucht. Beobachter vermuten Terrorzellen im gesamten Land.© SPIEGEL ONLINE

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